Das seh' ich anders. Die neuen Rutschen sind eher auf Sichterheit ausgelegt und sind oft so langsam, dass sie schon keinen Spaß mehr machen.
Das täuscht. Und das merkt man besonders, wenn die Rutsche eine Zeitmessung hat. Natürlich kommt es auch auf die Technik an. Die Blue Flash im Delphino in Bremervörde (Bj. 2009) sieht z.B. mit 70 Metern Länge bei 7 Metern Höhe eher langsam aus, auch vom Anblick von außen. Aber das Layout ist so gestaltet, dass man darin extrem schnell wird. Meine beste Zeit auf der Anlage waren 9 Sekunden, auf unter 10 Sekunden kam ich dabei immer spielend.
Dann nehme ich dagegen mal den "roten Riesen" aus Herzogenaurach. Da brauche ich ebenfalls mindestens 8 Sekunden für, und das bei nur 45 Metern Länge. Aber er wirkt heftiger, weil man mehr drin umher fliegt.
Im Bad 1 ist es ähnlich, die Rutsche ist 78m lang bei 7,8m und ich zähle sie trotz späteren Baujahrs noch zu den "alten Rutschen", da FGGT bis zur Übernahme durch Hartwigsen den alten Stil konsequent weiter baute. Da brauche ich immer zwischen 11 und 12 Sekunden für (Zeitmessung an der Rutsche), aber fliege richtig umher und am letzten Jump hebe ich sogar ab.
Hat man die damals "frei Schnauze" geplant?
Nein, das glaube ich nicht. Ich glabe, dass damals die TÜV-Bestimmungen noch nicht so verschärft waren und so die Rutschen etwas spektakulärer gestaltet werden konnten. Trotzdem wurden wahrscheinlich vor Baubeginn der Rutsche umfangreiche Planungen vorgenommen.
Ich meine mit "frei Schnauze", dass aufgrund der schwächeren Computertechnik die Simulationen einfacher waren. Heute kann man ja dank Supercomputer, aber auch schon dank Core i7 und Co. viel komplexere Zusammenhänge planen und simulieren. Es kann aber sein, dass es z.B. damals noch keine G-Begrenzungen gab. Es gab ja auch mal eine Zeit, da war Bauch-Rutschen noch erlaubt.