Autor Thema: Bazén in Jablonec nad Nisou  (Gelesen 475 mal)

Offline Otto

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Bazén in Jablonec nad Nisou
« am: Dezember 20, 2017, 15:22:49 Nachmittag »
Gestaltung: 2
Größe: 2
Beckenvielfalt: 2
Hygiene: 1
Temperatur: 2
Rutschen: 1
Umkleiden: 4
Personal: 2
Eintritt: 2
Gesamt: 2

Ich habe einen neuen Geheimtipp in Tschechien: Das Stadtbad von Jablonec.
Jablonec nad Nisou liegt in der Nähe von Liberec, etwa eine halbe Stunde mit der Straßenbahn. Als ich im Internet ein Bild der Rutschen gesehen habe, dachte ich: Da muss ich hin.

Wie im Stadtbad vom Liberec ist der Umkleidebereich das größte Manko. Es gibt keine Kabinen, nur uralte Schließfächer aus Holz. Diese wurden technisch aufgerüstet, sodass man sie mit einem Chiparmband verschließen kann, was ziemlich skurril anmutet.
Immerhin ist alles sehr sauber.



Von den Duschen aus gelangt man auch zu einem Dampfbad. Das liegt allerdings nicht mitten im Durchgang, sondern ganz versteckt in der hintersten Ecke - ich hätte es fast übersehen.
Der Saunabereich öffnet unter der Woche erst nachmittags. Ob er im Preis inkludiert ist, hat sich mir auf der Website nicht ganz erschlossen.

Es gibt Tarife für 1,5 Stunden, 3 Stunden und 5 Stunden. 1,5 Stunden kosten weniger als 5 Euro, danach wird es etwas teurer als in vergleichbaren tschechischen Bädern (6, 7 oder 8 Euro je nach Preisklasse). Zuerst hat mich verwirrt, dass die Preise an Werktagen nicht etwa günstiger, sondern teurer sind als an Feiertagen und am Wochenende.

Als ich das Bad aber betreten habe, erschien mir der kleine Aufpreis sogar angemessen. Wer schon immer mal ein Spaßbad ganz für sich allein haben wollte, der sollte dieses Bad unter der Woche besuchen. Es befanden sich mit mir genau drei Personen im Bad, und die hielten sich anfangs nur im Schwimmbecken auf. Trotzdem waren alle Attraktionen (bis auf den Wellenball) in Betrieb. Das war fast schon ein bisschen geisterhaft.

Im Sportbereich stößt man auf ein Schwimmerbecken (25 m, acht Bahnen, Startblöcke). Daneben liegt ein Lehrschwimmbecken bzw. Kinderbecken mit zwei unterschiedlichen Wassertiefen, einem Wasserpilz und einer dieser Schlangen-Kinderrutschen. Die Luft ist etwas zu kühl für meinen Geschmack.



Hinter einer Glaswand liegt der Erlebnisbereich. Im verschlungenen Erlebnisbecken befinden sich ein langer, flotter Strömungskanal, Sprudelliegen, Schwalldüsen, Sprudler und ein Wasservorhang, der aus einer Metallstange niederregnet.
In einem separaten erhöhten Becken schwimmt ein Wellenball, der war jedoch außer Betrieb. Ich finde diese Dinger ja ziemlich lahm, aber der hier sah immerhin größer aus als z. B. im Nettebad Osnabrück. Die Wellen schwappen über den Beckenrand ins tiefere Becken, auch eine lustige Idee.
Außerdem sind da noch zwei Whirlpools.
Der Erlebnisbereich ist gelungen und bietet alles, was man so braucht. Es ist hell und sogar ein paar Steine und künstliche Pflanzen wurden platziert.



Ich bin aber wegen der Rutschen hergefahren. Oben im Turm, in einer Höhe von 9,7 Metern, starten nämlich zwei Tunnelrutschen von Kanab, die 2001 aufgebaut wurden. Den Abstand regeln zeitgesteuerte Ampeln.



Bereits von außen sehen die beiden Bahnen hochinteressant aus. Die gelbe ist 74,9 Meter lang. Schon der Anfang ist recht schnell, aber nach dem steilen Jump in der Mitte wird es erst richtig lustig. Man wird wild und unkontrolliert durch die Kurven geschleudert, stößt mehrmals mit dem Rücken gegen die Begrenzung der Halbsschale und plumpst schließlich aus zwei Zentimeter Höhe (also ein eher harmloser Plumpsauslauf) ins Erlebnisbecken. Tolles Ding!



Doch wie man auf dem obigen Foto unschwer erkennt, ist die rote noch eine Nummer schärfer. Auf der Rutschanleitung ist sogar von einer Turborutsche die Rede, auch wenn das vom Rutschentyp her natürlich nicht stimmt. Die rote Rutsche ist 58,5 Meter lang. Das Bad scheint zu wissen, was man da für ein Highlight stehen hat, denn auf der Website steht etwas von wegen, die Rutsche sei "eine Kirsche auf dem Kuschen für Rutschen-Feinschmecker". :D
Auf dem steilen, langen Drop soll man Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h erreichen. Schnell ist es auf jeden Fall. Danach rast man weiter, schwingt hin und her und landet schließlich im Flachwasserauslauf, in einem Anbau neben dem Schwimmerbecken. Wow!
Der Auslauf hat die selbe runde Form wie die Rutsche. Dadurch gerät man beim Aufstehen gerne mal ins Stolpern.



Nach meinen bisherigen Erlebnissen in Tschechien war ich natürlich besorgt, wie auf diesen beiden wohl die Fugen aussehen. Die Antwort: Naja... es geht. Am Anfang rumpelt es nur, am Ende wird es schon unangenehm, aber Spaß kann man trotzdem haben. Eine Neubeschichtung wäre auf jeden Fall kein Fehler.

Die beiden Bahnen erinnern etwas an die Tunnelrutschen im Aquapark Kladno, wobei Kladno dank Rutschmatten, Trichter und Multislide natürlich die bessere Rutschenanlage hat.

Fazit: Für den anspruchsvollen Rutscher lohnt sich auf jeden Fall ein Abstecher aus der Umgebung von Liberec, auch wenn mir die geniale Edelstahlrutsche im Stadtbad von Liberec insgesamt noch besser gefallen hat. Für alle anderen ist das Bad gute Nahversorgung.
« Letzte Änderung: Dezember 21, 2017, 16:06:20 Nachmittag von Otto Normalrutscher »
Heimbad: Hansedom Stralsund
Lieblingsbäder: Caneva Lazise, Miramar Weinheim
Rutschen-Count: 254
Lieblingsrutschentypen: Looping, Wildbach, Plumpstrichter
Lieblingsrutschen: Grüner Hai, Blauer Wal, Hurricane Loop, Stukas, Scary Falls, U-Wave, Obertshausener Trichter, Prager Divoká Řeka

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Bazén in Jablonec nad Nisou
« am: Dezember 20, 2017, 15:22:49 Nachmittag »