Autor Thema: Ocèade Brüssel  (Gelesen 511 mal)

Offline bamito

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Ocèade Brüssel
« am: Oktober 04, 2018, 00:52:34 Vormittag »
Soo, der bamito hat mal wieder einen Bericht im Gepäck. Vermutlich der letzte aus diesem Bad, denn seit Sonntag ist Schluss...

...im Ocèade in Brüssel. Am Mittwoch ging's dann kurz vor Toreschluss noch mal in die EU-Hauptstadt. Erste Schwierigkeiten gestalteten sich schon vor der Anreise, denn seit September gibt es in Brüssel eine Umweltzone, zu der man den Wagen registrieren muss (wenn er die Vorgaben nicht erfüllt, gibt's nen Tagespass und man darf nur wenige Tage im Jahr einfahren). Die Vorgaben sind allerdings relativ locker, halbwegs aktuelle Autos dürften nicht betroffen sein, so auch unseres. Leider erst kurz vor der Abfahrt gelesen, daher noch fix die Registrierung online abgeschlossen und abends festgestellt, dass die Bestätigungsmail nur kurz vor unserer Einfahrt in die Zone verschickt wurde - Glück gehabt  :D

Mit dem Auto dann über die 40/67/21 und in Antwerpen Richtung Brüssel. Anfahrt ist relativ unproblematisch, kurz vor Brüssel ist das Atomium gut ausgeschildert und das befindet sich ja in Wurfweite. Verkehr war dann auch okay, immerhin mussten wir uns nicht durch die City quälen, da das Bad relativ nördlich liegt. Geparkt dann neben dem Atomium ging es den kurzen Fußweg zum Bad, ebenfalls gut ausgeschildert. Die Stadtkulisse stand nicht mehr, über einen staubigen Weg ging es zum Eingang. Direkt sichtbar natürlich der Rutschenturm mit dem PPK-Logo ;)

Was beim Betreten direkt auffällt: Es ist bereits im Eingangsbereich ziemlich warm, das setzte sich im ganzen Bad fort. In den Umkleiden war das natürlich klasse. Selbige wirken durch die Neugestaltung relativ hochwertig, bis auf die Fahrstuhlmusik ist die Atmosphäre ziemlich angenehm. Auch die Duschen sind extrem gut gestaltet, das habe ich so bisher noch nicht gesehen. Allerdings könnten die Köpfe etwas weiter rausschauen und ne Temperaturregelung sowie Ablagefächer wären auch nicht verkehrt  :)

Durch ein Fußbad geht es die Treppe wieder hoch und schon steht man im Bad. Auffallend ist direkt die extrem gute Thematisierung, auch das habe ich so bisher noch nicht oft gesehen. Ebenfalls schon, dass es auch mal anderes gibt als nur Tropenthema, Piraten ist schon ganz nett und das zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Bad. Alle Attraktionen und Becken haben Namen (bis auf ein Whirlpool). Auch hier ist es angenehm warm.

Erst mal zu den Becken:

Wobei, die Becken ist übertrieben, es gibt nämlich abgesehen von den beiden Rutschenlandebecken nur ein einziges. Alle Bereiche sind durch Kanäle miteinander verbunden, sogar der Kinderbereich ist angeschlossen.

Fangen wir an beim größten, dem Wellenbecken. Das ist durch zwei Leinen getrennt in (Kinder?)-, Nichtschwimmer- und Schwimmerbereich. Von der Größe her schon gut, wenn nur die ganzen Reifen nicht wären. Da treibt es sich zwar ziemlich schön drin, allerdings sind die noch größer als die üblichen Exemplare aus den Rutschen. Sehr schön auch die Tiefe, das Becken erreicht hinten an die 2m, sodass man auch als Erwachsener eine Chance hat, in Wellen zu schwimmen und keinen Boden unter den Füßen zu wissen. Wellen gibt es 3 Mal die Stunde, einmal relativ harmlose, die durchaus noch familientauglich sind, dann die größere Version, die es beim dritten Mal auch mit Regen und Donner gibt. Größere ist allerdings noch untertrieben, denn die Wellen haben es in sich! Die sind nämlich so hoch, dass auch Leute im Reifen sitzend hinter dem Wasserberg kurzzeitig verschwinden, selbst Plettenberg sieht dagegen aus wie Kinderspielzeug. Im Reifen sitzend gibt es sogar ein ganz nettes Schwerelosigkeitsgefühl. Der kleine Schauer, der sich als Regen über den Köpfen ergießt könnte auch echt sein, die Wasserkanonen verteilen ziemlich gut. Leider ist im Wellenbetrieb das Kletterseil gesperrt :P Das könnte es auch ruhig mal öfters geben, so kann man ein Becken mit wenig Aufwand gut aufwerten. So haben wir einige Klettermeister in jedem Alter beobachtet, wie sie die Breite des Beckens zu erklimmen versuchten.

Die Wellen schaukeln sich in den Kanälen auch gut auf. Über die erreicht man auch den zweiten Teil des Beckens, der noch innen liegt, allerdings neben ein paar Sprudelliegen sonst nichts bereithält. Über diesen geht es noch Richtung Kinderbereich und auch nach außen, wo deutlich mehr Attraktionen aufwarten. Neben dem Wasserpilz und einigen Wasserspielen gibt es hier auch einen kleinen, aber feinen Strömungskanal, der zwar leider relativ eng ist (ich schätze mal um die 1m), auf die kurze Strecke aber sage und schreibe 10 Wasserdüsen unterbringt, was in einem kräftigen Strom resultiert. Den Düsen will man lieber nicht zu nah kommen und selbst außerhalb des Kanals fällt es schwer, sich in irgendeine andere Richtung zu bewegen.

Sehr spaßig ist es außerdem, sich zwischen den Becken durch die Kanäle unter den Brücken fortzubewegen, atmosphärisch sehr toll.

Zum Entspannen bieten sich die Whirlpools an, die jedoch nicht ganz so warm sind wie erwartet. Liegt vielleicht auch an der allgemeinen Badtemperatur. Der größere der beiden hinter dem Wellenbecken bietet außerdem einen schönen Überblick über das bad.

Weiter geht es zu den Rutschen:

Los ging es erst mal außen, weil der gerade wieder geöffnet wurde, trotz der Kälte. Es sollen wohl 12-14 Grad geherrscht haben, durch den nur leichten Wind fühlte es sich aber deutlich weniger an. Dafür entschädigt das Rutschenwasser, das ist nämlich überraschend warm. Erst mal nach ganz oben, zur Multislide "Salto Angel" (von dort hat man übrigens perfekte Sicht aufs Mini-Europa;)) Von unten sieht sie relativ harmlos aus, oben kommt das Gefälle schon eindrucksvoller herüber. Etwas negativ ist der Start, den man kann sich kaum setzen. Die vorhandenen Ampeln sind wohl nur zur Deko, denn beachtet hat die niemand und das war auch gar nicht nötig: Das Landebecken ist perfekt einsehbar. Ein erster Rutschversuch, noch im sitzen: Holla die Waldfee, die ist aber schnell :D Auch später habe ich es nicht richtig im liegen probiert, ich bin einfach kein Fan dieses Typs Rutsche. Ist aber dennoch ein super Teil, man kann ordentliche Fontänen produzieren und die Touristen auf dem Gehweg daneben nass machen und trotz der Flachheit des Landebeckens im wahrsten Sinne des Wortes eintauchen. Etwas negativ sind nur die Übergänge, die waren zumindest spürbar.

Next One: Die Cannonballs. Sehen auch ziemlich harmlos aus, was können schon die paar Meter Rutsche ausmachen? So viel sei gesagt: Viel! Das Spaß-Rutschlängen-Verhältnis ist wohl unschlagbar. Auch hier der erste versuch erst etwas zögerlich, die Pink Jump hat noch Spuren hinterlassen. Im Gegensatz zu jeder ist der Fall allerdings deutlich niedriger und geradliniger, sodass man schön eintauchen kann, statt in Schräglage unangenehm auf die Wasseroberfläche zu klatschen. Mit Schwung machen die beiden sogar noch mehr Spaß. Auch hier ist das Wasser angenehm warm, man will am liebsten gar nicht mehr aus dem Becken. Ebenfalls vorhanden sind hier Ampeln, ebenfalls sinnlos, weil man das gesamte Becken im Blick hat. Definitiv zwei sehr gute Rutschen, warum gibt es sowas nicht in Deutschland? Der Aufwand ist gering, die Kosten überschaubar... Noch besser ins Theming hätte es gepasst, wenn man den Auslauf tatsächlich wie ein Kanonenrohr gestaltet hätte :D

Drinnen geht es weiter, mit Rutschenturm Nummer 1, der schon so einige Jahre auf dem Buckel hat. Etwas eng, vor allem mit Reifen, bei 4 Rutschen aber so gerade noch okay. Interessanterweise war bei unserem Besuch die Anaconda die mit Abstand beliebteste Rutsche im Bad, in meinen Augen ist das eher die schlechteste. Die startet schon auf halber Höhe, ich würde mal grob schätzen 13m (Daten hab ich keine gefunden). Das Startbecken ist ziemlich groß, allerdings steht das Wasser recht tief, sodass man sich nur schwer in die Rutsche schieben kann. Hat man es dann aber geschafft, geht es erst einmal in die Helix des Todes - die will nämlich gar nicht mehr enden. Vermutlich kaum anders möglich wegen dem begrenzten Platz, aber die erste Hälfte fährt sich ziemlich langweilig. Als Effekt gibt es Daylight-Ringe und gegen Ende der Helix auch ein paar LEDs, ähnlich wie in der Chameleon. Der Farbeffekt ist ganz nett. Erst jetzt beginnt der spannendere Teil der Rutsche, durch zwei Jumps gibt es Geschwindigkeit und hier sind auch die beiden Richtungswechsel verbaut. Zum Glück war das auch der Magnet für die ganzen Jugendlichen, dann hatte man die guten Rutschen wenigstens für sich :D

Eine Etage höher erwarten einen nach exakt 88 Stufen (welch Zufall :D) die 3 Klassiker, auf sage und schreibe 18m Höhe, für deutsche Verhältnisse also schon ziemlich hoch. Da braucht man schon gute Kondition für den Marathon :D

Von hier aus hat man auch einen guten Überblick über die Stadt. Starten wir links: Die Reifenrutsche Barracuda. Zugelassen sind nur Einzelreifen, die Doppel- und Dreierreifen sind der Anaconda vorbehalten. Interessanterweise darf man auch ohne Reifen rutschen, aber das habe ich nur einmal gemacht: Es gibt nach dem ersten Richtungswechsel immer wieder ein paar wirklich unschöne Stellen, die das Vergnügen in eine Tortur verwandeln. Im Reifen spürt man davon nichts und darf die Fahrt genießen. Die ist mit 146 Metern ziemlich lang und lässt kaum vermuten, dass der Verlauf nur aus 3 Helices besteht. Gerade die Jumps (besonders der mittlere, langgezogene!) bringen ordentlich Tempo rein die zweite Helix ist selbst für eine Bodyslide schon außerordentlich eng und der Auslauf ist für eine Reifenrutsche äußerst ungewöhnlich: Ein Plumpsauslauf! Macht aber Spaß :) Das Landebecken ist etwas kurz, wohl deswegen sind zwei Reifen an der Wand als Puffer befestigt worden.

Ähnlich sieht es bei der Chameleon aus. Man merkt, dass beide Rutschen einen ähnlichen Verlauf haben. Nur der langgezogene Jump fällt hier etwas schwächer aus, dafür gibt es einen kraftvollen Schlussjump. Leider merkt man hier sehr deutlich die Quernaht, wo man beim Aufschaukeln in den Kurven deutlich herübergerät. Das beherrscht diese Rutsche aber sehr gut: In den Kurven schaukelt man sehr schön hoch, das habe ich in anderen Röhrenrutschen selten so erlebt. Ob es deswegen eine 140er-Röhre ist? Zu erwähnen ist noch das Lichtsystem, das zumindest für mich eine Premiere war: Es war das erste, was funktionierte :D Bisher hatte ich da leider immer Pech, dieses lies zumindest mal eine Auswahl zu. Gemerkt habe ich davon aber wenig, die Helligkeit war dafür einfach zu gering. So waren es eher sie farblich ändernde Lichtpunkte. Das Flash-Light-Programm habe ich dank Epilepsie als einziges unangetastet gelassen.

Was an den beiden letztgenannten allerdings äußerst schade war: Sie waren weit weniger schnell, als ich zuvor in Berichten gelesen hatte. Nach einigen Rutschversuchen (die Chameleon ist immerhin die erste Rutsche, die ich auch im Sitzen ohne anzuhalten schaffte  :D) dämmerte es mir, zuhause sah ich mich durch zahlreiche Onrides bestätigt: Die Wassermenge war deutlich(!) erhöht. In keinem einzigen Onride habe ich diese Wassermenge gesehen. In der Barracuda ging es noch, aber die Chameleon hatte schon beinahe Wildwasserverhältnisse. So war die Geschwindigkeit statt überragend hoch leider nur Durchschnitt, einzig bei den Jumps (gerade die sehr genialen Startjumps) hat man gemerkt, dass man doch sehr schnell wird (und ohne so viel Wasser auch bleiben würde). Ein Aufstauen war bei beiden leider überhaupt nicht möglich, sonst hätte man noch mal in den Genuss des alten Rutschgefühls kommen können.

So gegen 14 Uhr wurde das Bad auch etwas voller, die Regelung dazu am Rutschenturm kannte ich so auch noch nicht: Man nimmt einen etwas anderen Weg über eine Metallbrücke über dem Landebecken der Barracuda zum Anstehen und es wird nur eine begrenzte Anzahl an Personen in den Turm gelassen. Vermutlich gibt es sonst Chaos mit den Reifen, für alle anderen ist es allerdings etwas ungünstig, da so z.B. die Chameleon eine ziemlich geringe Auslastung hat, die hat an dem Tag nämlich kaum jemand gerutscht.

Das beste hab ich mir natürlich zum Schluss aufgehoben, die Turborutsche L'Ouragan!

Für mich das Highlight im Bad und auch außerhalb des Bades eine der besten Turborutschen, die ich bisher kenne (zugegeben, das sind noch nicht so viele). Zuallerst: So pink, wie die Röhre auf Bildern aussieht, ist sie in echt gar nicht, sie geht eher in Richtung weinrot, auch mal was anderes als nur gelb, blau oder grün (knallrot ist ja schon seltener). Der Start kommt noch verhältnismäßig gemächlich daher, aber mit dem Start der Helix geht der Spaß los: Die Geschwindigkeit nimmt stark zu und auch die G-Kräfte werden immer härter. Für eine gar nicht mal so kurze Zeit, bleibt einem fast der Atem weg. Nach der Helix werden zwar die G-Kräfte wieder weniger, aber die Geschwindigkeit bleibt konstant hoch. Erst am Ende kommt der große Minuspunkt, das Landebecken. Das folgt direkt auf die Kurve, sodass man unweigerlich links anstößt. Im Laufe des Tages habe ich mir praktisch jeden Teil meiner linken Körperhälfte mal mehr, mal weniger heftig angehauen, die blauen Flecke sind noch immer nicht ganz weg :D Wenn man im Bad steht, sieht man aber auch, dass man es gar nicht anders hätte bauen können: Für eine kurze Gerade fehlt schlichtweg der Platz. Die Quernähte sind auch hier am Beginn der Helix spürbar, ist aber nicht schlimm. Ebenfalls floss hier wieder sehr viel Wasser durch die Röhre, aufgrund der generell hohen Geschwindigkeit hat das aber kaum gestört...

...aber klein-bamito wäre ja nicht klein-bamito, wenn er nicht mal doch versuchen würde, das Wasser ein wenig aufzustauen ;D. Nach einer kurzen Phase des Überlegens - immerhin ist die Rutsche so schon heftig - wagte ich es dann doch. Aufgrund der praktisch kleinen Startwanne ist das sogar möglich, auch wenn der Druck recht hoch und die Wanne klein ist. Da reicht schon eine Sekunde, dann gehts runter. Der Effekt kommt deutlich später zum tragen als erwartet, erst kurz vor Ende der Helix fließt spürbar weniger Wasser in der Röhre, aber die Auswirkungen sind genial: Ab dem Zeitpunkt rutscht man aufgrund der hohen G-Krfäte komplett neben dem Wasserfilm und tupft nur ein oder zweimal kurz hinein. Die Geschwindigkeit in der Kurve ist noch mal ne Ecke brutaler und - jetzt kommt's - die Landung ist angenehmer! Ja, richtig gelesen, die Landung wird sehr viel berechenbarer und dadurch weniger holprig. Das hat mich dann doch etwas überrascht. Es macht auch einfach immer wieder Spaß, nur auf einem dünnen Wasserfilm eine Rutsche hinabzusausen. Gibt leider nicht allzuviele Rutschen, wo das möglich ist :( (Würde ja gern mal so einige Rutschen so direkt nach dem Abschalten der Wasserzufuhr rutschen...:D).

Noch ein Wort zu dem Äußeren: Das Bad wirkte generell ziemlich sauber. Es gab zwar einige, wenige Stellen, da sahs nicht mehr so gut aus (unter anderem im Eingang zum großen Rutschenturm, aber das trübte den Gesamteindruck nur wenig.

Auch die Bademeister, immerhin 5 an der Zahl, wirkten aufmerksam und konsequent - bis auf den Typen, der dauernd vorm Handy hang, auch, als er Aufsicht bei den Cannonballs war und sich die Leute da wirklich schon danebenbenommen haben (was der sich wohl gedacht hat? Da hätte auch jemand ertrinken können, ich glaube, der hätte nichts mitbekommen). Von daher haben wir auch auf den ein oder anderen Versuch verzichtet (Barracuda im Zweierreifen? ;D). Einmal musste allerdings auch die Security antanzen. Fand ich zwar etwas befremdlich, aber gibt es ja nicht nur hier.

Und vielleicht kann ich mich nun auch mal mit was anderem als Shorts anfreunden. Sieht doch meist gar nicht so übel aus :P


Bleibt nur noch zu sagen, dass es echt extrem schade ist, dass dieses Bad nun geschlossen ist :'( Von der Atmosphäre kann ich es bisher mit keinem anderen Bad vergleichen, es wirkt wie ein älteres, aber durchaus klassisches Spaßbad, dass immer an den richtigen Ecken erweitert hat und auch 2018 noch sehr attraktiv ist, sodass es durchaus mit vielen anderen guten Bädern mithalten kann - und das mitten in Brüssel. Aus dem wenigen Platz wurde viel herausgeholt, gerade bei den Rutschen keine Selbstverständlichkeit. Somit verlassen wieder einige PPK-Rutschen diesen Planeten :'( Bleibt nur zu hoffen, dass auch weiterhin solche Rutschen gebaut werden (Ja, liebe Rutschenhersteller, nicht immer nur Loopings und irgendwas mit Tausend Effekten bauen :P).

Und entschuldigt den langen Text, wenn es zu lang zum lesen ist.

Wenn mir jetzt noch jemand sagen kann, wie ich das Bild einbinde, dann bin ich happy  :D

Edit: Okay, in der Vorschau sieht mans nicht :D
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Ocèade Brüssel
« am: Oktober 04, 2018, 00:52:34 Vormittag »

Windfisch

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Re: Ocèade Brüssel
« Antwort #1 am: Oktober 17, 2018, 16:15:08 Nachmittag »
Von PPK waren die alten Rutschen schon lange nicht mehr, das waren Van-Egdom-Anlagen, die allerdings nahezu das selbe Bahnlayout hatten wie die alten PPKs. Klar ist es traurig, dass wieder ein Bad geschlossen ist - noch dazu, dass die Stadt Brüssel es selbst schuld ist. Zu den Zeiten, an denen die normale arbeitende Bevölkerung Gelegenheit hatte, es zu besuchen, war es rappelvoll. Allerdings waren die viel zu eng gefasst. Unter der Woche nur bis 18 Uhr zu öffnen geht gar nicht - noch dazu, dass es kein Sportbad gab für Schul- und Vereinsschwimmen. Aber entweder ist man in Belgien wirklich so doof und sieht das nicht (man bekommt nach 16 Uhr auch in ganz Belgien kaum noch Waffeln...) oder es war Taktik, da die Schließung ja schon vor längerer Zeit diskutiert und dann nochmal abgewendet wurde. Hier trifft Bahnschalkers Aussage im Interbad-Thread zu: "Probleme werden entweder kleingeredet oder gar ignoriert. Hinzu kommt im Bereich der kommunalen Bäder eine Inkompetenz von Politikern und teilweise windige Badbetreibern."

Allerdings ist es ein schwacher Trost, dass das Océade längst nicht das beste Bad Belgiens war. Ich würde sogar sagen, es war eines der schlechtesten, weil das Publikum so dermaßen mies und idiotisch war, dass ich anno 2015 nach einer Stunde genug hatte und nach Sint-Truiden wechselte. Belgien ist auch relativ klein, so dass man als Anwohner von Brüssel oder Umgebung schnell in der um Größenordnungen besseren Sportoase Duinenwater in Knokke ist. Dort sind die Öffnungszeiten auch etwas besser, da man in der Woche dort zwar erst ab 16 Uhr, oder mittwochs 13:30 Uhr rutschen kann, aber immerhin bis 20 Uhr.

Kurzum: Über diese Schließung bin ich persönlich nicht so traurig.

Offline bamito

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Re: Ocèade Brüssel
« Antwort #2 am: Oktober 18, 2018, 01:28:02 Vormittag »
Natürlich waren das Van Egdoms, aber aufgrund des exakt gleichen Layouts sehe ich sie zumindest als Quasi-PPKs. Es zählt ja nicht, aus welchem Plastik die Rutschen sind, sondern eben der Verlauf.

Die Öffnungszeiten bis 18 Uhr fand ich auch komisch. Scheint aber nicht zu viele Leute gestört zu haben, vielleicht ist das dort üblicher?

Das Bad wurde übrigens teilweise zum Schulschwimmen genutzt, nämlich um eben ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, in Wellen zu schwimmen. Daher hatten auch einige Schulen das Ende des Bades kritisch gesehen. Aber gut, das Bad ist ja insgesamt eher klein, für ein klassisches Bahnenbecken war einfach kein Platz. Selbst 1-2 Erlebnisbecken mehr hätten ja nicht geschadet. Dass das Taktik war, glaube ich kaum. Schließlich waren die Öffnungszeiten schon länger so (weiß jemand, wie lang genau?) und das Bad hat ja selbst gegen die Schließung protestiert. Nicht umsonst hat man einen Großteil der Anlage noch renoviert, wo die Schließung schon fast feststand. Es gab sogar schon zahlreiche Ausbaupläne, falls die Einbindung ins NEO-Projekt gelingen sollte, mit noch mal kräftigen Investitionen. Zudem ist der Betreiber nicht die Stadt, sondern privat. Da steckt Kalkül hinter, allerdings in die entgegengesetzte Richtung ;)

Das mit dem Publikum kann ich so nicht unterschreiben. Klar, gegen Mittag wurde es mit den Schulkids etwas voller (die natürlich auch mal Mist bauen), aber den Asi-Faktor empfand ich als eher gering, vergleichbar mit anderen Bädern eben. Man kann natürlich mal Pech haben, je nachdem, wann man fährt, aber das würde ich jetzt auch nicht zwingend in eine Bewertung einfließen lassen, wenn es nicht dauerhaft vorkommt. Gerade durch die Gestaltung empfand ich es als eines der besseren Bäder, genug Becken, Attraktionen und Rutschen und eine angenehme Atmosphäre.

Nun, so klein ist Belgien nun auch wieder nicht. Bis zur Küste sind's auch mal eben über 100 km, bis nach Knokke sogar 120 km. Ist jetzt auch kein Katzensprung ;)
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Windfisch

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Re: Ocèade Brüssel
« Antwort #3 am: Oktober 18, 2018, 12:31:58 Nachmittag »
Zitat
Die Öffnungszeiten bis 18 Uhr fand ich auch komisch. Scheint aber nicht zu viele Leute gestört zu haben, vielleicht ist das dort üblicher?

Die stört es dort scheinbar nicht, weil sie es gewohnt sind. Wenn ich mich mit Belgiern über die deutschen Öffnungszeiten unterhalte, dann staunen die immer. Man erzählte mir aber mal, dass es dort härtere Arbeitszeitgesetze gibt, auch bzgl. Lohn und Zuschlägen. Man würde wohl in Belgien mehr Leute brauchen, um die gleichen Öffnungszeiten anzubieten. Würde man einfach das Öffnungsfenster nach hinten verschieben, wären wohl höhere Zuschläge zu bezahlen.
Letztens sagte mir eine Mitarbeiterin in einem Bad auch, dass die immer kürzer werdenden Freibadsaisons in vielen Kombibädern nicht in erster Linie wegen des Wetters begründet sind, sondern wegen Personalmangels. In Belgien hat man wohl das gleiche Problem, dem man dort, um im Rahmen des Gesetzes zu bleiben, mit sehr eingeschränkten Öffnungszeiten (aus deutscher Sicht) begegnet.

Zitat
Das mit dem Publikum kann ich so nicht unterschreiben. Klar, gegen Mittag wurde es mit den Schulkids etwas voller (die natürlich auch mal Mist bauen), aber den Asi-Faktor empfand ich als eher gering, vergleichbar mit anderen Bädern eben.

Bei meinem Besuch war der Asi-Faktor extrem hoch, und nahezu alle Belgier aus der Region Brüssel, mit denen ich darüber redete, bestätigten das. Vielleicht hattest du auch Glück, oder du bist andere Maßstäbe gewohnt. Auch in Deutschland ist es ja von Bad zu Bad unterschiedlich.

Zitat
Nun, so klein ist Belgien nun auch wieder nicht. Bis zur Küste sind's auch mal eben über 100 km, bis nach Knokke sogar 120 km. Ist jetzt auch kein Katzensprung

OK, da ich kein Auto habe, gehe ich nicht nach Kilometern, sondern Dauer und Qualität der Bahnverbindung. Von Bruxelles Midi fährt man mit dem IC in ca. 90 Minuten nach Knokke. Das würde ich als "machbar als Tagesausflug" bezeichnen. Kommt natürlich drauf an, wie weit man vom Bahnhof entfernt wohnt.

Bleibt zu hoffen, dass der Océade-Betreiber nicht ganz aufgibt, sondern irgendwo was neues aufmacht. Da gab es doch auch einen Notfallplan, wenn ich mich recht entsinne?

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Re: Ocèade Brüssel
« Antwort #3 am: Oktober 18, 2018, 12:31:58 Nachmittag »

Offline bamito

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Re: Ocèade Brüssel
« Antwort #4 am: Oktober 18, 2018, 13:10:04 Nachmittag »
Ja gut, dass kann natürlich auch sein. Arbeitszeiten sind hier ja nicht so das Problem, zum Leid vieler Arbeitnehmer.

Hmm, dann hab ich wohl einfach Glück gehabt. Ist ja nicht selbstverständlich ;)

90 Minuten klingt echt machbar. Ich weiß nur nicht, ob sich Familien sowas dann antun, die fahren ja doch eher mit dem Wagen. Und meist nicht so weit, zumindest in meiner Umgebung.


Es gab den Plan, das Bad ins Projekt einzubinden, der ist aber gescheitert. Alternativ hat die Stadt Brüssel wohl angeboten, auf eine andere Fläche auszuweichen, was der Betreiber aber aufgrund der hohen Kosten abgelehnt hat. Das setzt jetzt aber jemand anderes um, das gesamte Badinventar samt Rutschen ging an einen rumänischen Investor, der das Bad mehr oder weniger genauso in der Nähe von Bukarest wieder aufmachen will. Mal schauen, was davon zu halten ist - vielleicht ist der Aufbau da günstiger als in Brüssel :P
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Re: Ocèade Brüssel
« Antwort #5 am: Oktober 18, 2018, 14:20:13 Nachmittag »
Offensichtlich ist es in Rumänien einfacher, sowas zu stemmen. Die neueste Wund-Therme wurde ja auch lieber in Bukarest als in Norddeutschland eröffnet, obwohl wir hier oben im Großraum Bremen sowas auch gebrauchen könnten (OK, ich jetzt nicht unbedingt von Wund, aber ein Bad dieses Kalibers, oder wenigstens Kaliber Europabad, fehlt).

Wenn man eine Familie mit mehreren kleinen Kindern hat, sind 90 Minuten mit der Bahn schon etwas schwieriger, allerdings IMHO immer noch angenehmer als mit dem Auto, denn Fahrer und oft auch Beifahrer müssen sich ja auf den Verkehr konzentrieren, während sie sich im Zug mit den kleinen beschäftigen können.

Alternativ ist man schneller in Gent im Lago, das ich nur minimal schlechter fand als das Bad in Knokke, Gent wird vor Knokke vom selben Zug passiert. In Knokke war halt das Publikum disziplinierter (ich glaube immer noch, dass das was mit dem Shortsverbot zu tun hat), dafür gibt es in Gent ja diese legendäre Wildwasserbahnen-Anlage.

Offline bamito

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Re: Ocèade Brüssel
« Antwort #6 am: Oktober 18, 2018, 14:58:54 Nachmittag »
Naja, bei den Wundthermen ist ja teilweise auch mehr Versprechen als wirkliche Umsetzung dabei...

Kommt immer aufs Alter an. War bei uns aber früher nie ein Problem, einer fährt, der andere bespaßt die Kids. Und zudem deutlich günstiger als die Bahn.

Nun, Brüssel hatte zwar kein Shortsverbot, aber Shorts hat dennoch fast niemand getragen.
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Re: Ocèade Brüssel
« Antwort #7 am: Oktober 18, 2018, 20:49:29 Nachmittag »
Durch die Schließung des Oceade fehlt jetzt leider ein richtiges Highlight in der Hauptstadtregion. Das Aqualibi ist von den Rutschen her ungefähr gleichwertig, aber häufig ziemlich überlaufen und ist auch eine ganze Ecke weg von Brüssel. Hoffentlich kommt da in Zukunft nochmal was, auch wenn es im Fall der Fälle aus Platzgründen sicher weniger zentral wird als das Oceade. Für die Einwohner von Brüssel wird es wohl kaum eine Alternative sein, nach Knokke zu fahren. Darauf scheint das Bad auch gar nicht ausgerichtet zu sein.

Die Problematik mit dem Publikum im Oceade kann ich aber so unterschreiben.
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