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Geschlossene Bäder und Rutschen / Re: Monte mare rengsdorf Promoplast Rutschen
« Letzter Beitrag von Windfisch am August 19, 2018, 14:21:36 Nachmittag »
Die Leute haben sich eben zu unserem Leidwesen anders entwickelt. Die erwachsenen sind für Rutschen und Co. "zu erwachsen" und wollen nur schwimmen, dafür aber nicht den Eintritt für ein Freizeitbad ausgeben. Wofür sie Eintritt ausgeben, sind Wellnesslandschaften. Da die Anforderungen und der Stress im Beruf für die, die einen halbwegs gut bezahlten Job haben, stetig steigen, ist die Sehnsucht nach Entspannung auch größer denn je. Wenn man nur eine Holzhütte auf 90 Grad erwärmen und einmal pro Stunde einen mit Eimer und Kelle hineinschicken muss, und die Leute dafür dann bereitwillig 20 Euro Eintritt bezahlen, und im Gegenzug sich beschweren, wenn der Eintritt für eine High-Tech-Rutsche, von denen es nicht mal eine Handvoll in Deutschland gibt, um schlappe 60Cent erhöht wird, dann ist klar, was in der Zukunft verstärkt gebaut wird. Und da diesen Leuten dann ein viereckiges 25- oder 50m-Becken im Badbereich reicht, wird auch nur so etwas gebaut, wenn wir Glück haben, kommt dann für die Kinder noch eine 50-70m Standard-Acht irgendwo als Randnotiz dazu. Und die wirklichen Rutschenfans müssen sich dann halt mit Läden wie der Therme Erding, AquaMagis oder den Kristallbädern begnügen, die ob der Konzentration von Badegästen sich dann auch keine besondere Mühe geben müssen und Unsinn wie Wetterpoker oder Abzocke wie 2 Euro pro Rutschdurchgang veranstalten können - bei gleichzeitigem "LeckAr..." Umgang, wenn etwas defekt ist. Kurzum: Die Leute sind im Badbereich mit billiger Massenware zufrieden, für Schnörkel, Individualität und mein Lieblingswort, das mit "H" anfängt :D gibt kaum einer Geld aus.

Das gleiche beobachte ich auch bei der Gastronomie. Insbesondere bei Asiaten kann man das sehen. Überall schießen die "Fresstempel" mit Riesenbuffet und mongolischem Grill wie die Pilze aus dem Boden. Weil das ein ganz simples Konzept ist. Das Buffet kommt aus dem TK-Sortiment von Divodo, Wessendorf und Co., das kann man nach Methode "Tüte auf, rein in die Fritteuse und ab ins Buffet" servieren. Und der mongolische Grill ist auch kein Hexenwerk. Etwas rohes Fleisch und Gemüse ins Buffet legen, ein paar Fertigsoßen dazu (ja, die schmecken überall nahezu gleich) und der Kunde übernimmt den Akt des Servierens - verkauft dann als "Erlebnisgastronomie". Auf der anderen Seite überleben dann nur noch die Asia-Imbisse, die das gleiche Fertigessen in die Fritteuse werfen, es aber in der Pappbox "to go" für den halben Preis anbieten können.
Und richtige Familienbetriebe wie mein Stamm-Chinese haben es wirklich schwer. Der schrammte einige Jahre immer ganz dicht am Rande des Untergangs entlang, bis er irgendwann auf glutamatfrei, extrem sparsame Verwendung von Convenience-Produkten und Herausheben der "familiären Atmosphäre" umstellte. Er ist leider eine Ausnahme in der Gastronomieszene. Das Gros der Gäste sind bei ihm auch Stammgäste, die immer wieder kommen, weniger Laufkundschaft. Sein Preisniveau ist im selben Bereich der "Fresstempel", nur halt mit einem Bruchteil der Speisen im Buffet, und die Speisekarte selbst ist zwar groß, besteht aber im Grunde genommen auch "nur" aus einer Handvoll Komponenten in jeder möglichen Kombination.

Und wenn man die Wahl hat, dann bevorzugt die Masse dann doch lieber den "einfachen" Weg, nur wer sein Fach wirklich liebt, geht den schwierigen.

Für uns bedeutet es halt, die letzten Kleinode so lange zu genießen, wie sie in ihrer alten Schönheit noch vorhanden sind, versuchen, die Schätze auszugraben, die es durchaus noch gibt und zu unterstützen, so gut wir es können, oder an der Massenware versuchen, etwas gutes zu finden - oder weitersegeln. Es gibt noch eine Menge zu tun.

Und vor allem müssen wir, wenn wir einen solchen Schatz gehoben haben, das Personal dort auch wissen lassen, was er uns bedeutet! Ich habe schon oft Schwimmmeister erlebt, die sich wunderten, warum ich in einer bestimmten Region wegen eines augenscheinlich 08/15-Bades Urlaub machte. Als ich dann das "Warum" erklärte, waren sie erst verwundert und dann nicht selten wirklich erfreut und geschmeichelt, da ich "einer von ganz wenigen sei, der das erkennt und zu schätzen weiß".
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Geschlossene Bäder und Rutschen / Re: Monte mare rengsdorf Promoplast Rutschen
« Letzter Beitrag von Cjunkie am August 19, 2018, 10:58:53 Vormittag »
Wirklich schade, wie immer mehr PPK Rutschen zunichte gemacht werden.z.B. Der Grüne Hai im Miramar... Es ist
echt traurig zuzusehen, wie diese augenscheinlich sehr netten Rutschen immer mehr verfallen und letztendlich wahrscheinlich dran glauben müssen. :'(
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News und Ankündigungen / Re: Kiel baut Freizeitbad
« Letzter Beitrag von Cjunkie am August 19, 2018, 10:30:25 Vormittag »
So spektakulär sieht die Rutsche ja nicht aus. Aber velleicht wird es ja eine Reifen-Black Hole mit netten Effekten.Das Bad wird auf jeden Fall eine Bereicherung für Kiel, auch wenn sich eine weite Anreise wahrscheinlich nicht lohnt.
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Erlebnisbäder und Wasserrutschen / Re: Kuriose Bäder
« Letzter Beitrag von Cjunkie am August 19, 2018, 10:09:06 Vormittag »
Cooles Video. :D Echt krass, so einen Wasserpark würde ich supergerne mal besuchen.So ein Wellenbecken sind man auch nicht alle Tage  ???, da sind die hier ja gar nichts gegen.
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Thermen und Wellnessoasen / Re: Paar wehrt sich vor Gericht gegen Badewelt Sinsheim
« Letzter Beitrag von bamito am August 15, 2018, 19:53:23 Nachmittag »
Sorry, ich weiß gerade selbst nicht mehr, wie das dahinkommt :'(

Zumindest gibt es laut Badeordnung (die ich mir gerade noch mal angesehen habe) einige Einschränkungen, so ist zB bei diversen Behinderungen zwingend eine Begleitperson vorgeschrieben, auch wenn diese nicht unbedingt nötig wäre.
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Thermen und Wellnessoasen / Re: Paar wehrt sich vor Gericht gegen Badewelt Sinsheim
« Letzter Beitrag von SilentDiver am August 15, 2018, 18:52:38 Nachmittag »
Fun Fact: Behinderte dürfen die Anlage ebenfalls nicht nutzen.
Sorry, das ist weder Fun noch Fact, sondern absolute überflüssige Fake News. Ich möchte nicht wissen, wie du auf solch einen pauschalen Unsinn kommst:

https://www.badewelt-sinsheim.de/haeufige-fragen/behinderte-personen/
https://www.badewelt-sinsheim.de/fileadmin/user_upload/Flyer/Behindertenflyer_Ansicht.pdf


Was ich nicht verstehe: Wozu sind die überhaupt vor Gericht gegangen? Dadurch sind die hohen Anwaltskosten überhaupt erst entstanden. Ein Hausverbot hätte das Bad ja wohl auch ohne Gericht aussprechen können.

Das Stichwort lautet ganz klar: Abschreckung.

Heute ist es leider so, dass immer mehr Leute machen, was sie wollen. Warum tun sie das? - Ganz einfach, weil sie nichts zu befürchten haben. Bestes Beispiel ist der Straßenverkehr: Die Chance erwischt zu werden (sei es vom Ordnungsamt oder der Polizei) ist minimal und die Strafen tun - falls tatsächlich einmal jemande erwischt wird - ebenfalls den meisten Leuten nicht wirklich weh. Die einzige "Einrichtung" die wirklich noch konsequent ist, ist die Physik. Den dies lässt bei den Gesetzen nicht mit sich handeln und bestraft Verstöße unmittelbar und mit voller Härte. ;)

Was Sinsheim betrifft ist man ja mittlerweile dazu übergegangen sich in vielen Fällen außergerichtlich zu einigen. Häufig endet dies dann mit einem (längeren) Hausverbot.

Unterm Strich denke ich, dass sich die Badewelt - insbesondere was die Kabinenkontrollen betrifft - ganz sicherlich ins eigene Fleisch geschnitten hat. Einerseits macht man permanent Werbung im Stil von "Kommen Sie mit Ihrem Schatz!", "Verbringen sie romantische Stunden mit ihrer Liebsten", dazu bietet man, neben paradiesischem Ambiente und Klima, auch noch Sekt und romantische Beleuchtung. Wenn man sich dann wundert, dass das eine oder andere Paar seine Hände nicht bei sich behalten kann, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Ich habe Verständnis dafür, dass man im öffentlichen Bereich (insbesondere in den Becken oder auf den Liegen) in der Hinsicht konsequent ist, doch die Kontrolle der Umkleidekabine finde ich auch übers Ziel hinaus geschossen. Eine Verwarnung sowie bei Wiederholung auch ein Hausverbot hätte mehr als ausgereicht.
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News und Ankündigungen / Re: Neues Familienbad für Bonn geplant
« Letzter Beitrag von Bahnschalker am August 14, 2018, 19:37:08 Nachmittag »
Da kann man ja jetzt glatt über das “Politische Erlebnisbad“ aus der Plauderecke nachdenken. Oder ein “Bad der Geschichte“. Das Haus der Geschichte hat Bonn schon.

Die Entscheidung schade für Bonn. Bin gespannt, was aus der geplanten Erweiterung in Euskirchen (mindestens 300 Wasserrutschen) oder dem Neubau am Phantasialand, der immer mal wieder im Gespräch ist, wird.
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Rund um den Spaß im Wasser / Re: Bäder mit Naturbadestellen ohne "Öffnungszeitenpoker"
« Letzter Beitrag von Windfisch am August 14, 2018, 12:20:53 Nachmittag »
Zitat
Wozu dann das Bad? Nimm die Sachen doch gleich mit, wie bei jedem Baggersee auch.

Das mit den Sachen hat was mit Diebstahlgefahr zu tun. Klar, wenn ich zum See um die Ecke fahre, dann kann ich nur das nötigste mitnehmen, für ein paar Euro Fuffzich für ein Eis und den Wohnungsschlüssel geht notfalls auch ein Tauch-Ei, das man sich um den Hals hängen kann. Wenn ich aber weiter weg fahre, habe ich halt "notgedrungenermaßen" auch Wertsachen dabei - ohne Smartphone fahre ich keine Bahn wegen Alternativroutenplanung bei Verspätung, und wenn ich irgendwo übernachte, dann auch EC/Kreditkarte. Auch wenn ein Spind oder Wertfach lange kein Safe ist, ist es eine höhere Hemmschwelle als alles auf der Decke zu haben.

Und wozu das Bad - nun ja, damit halt auch eine Rutsche da ist ;) Meist fahre ich nur 2-3 Tage weg - die Touren sind mir mittlerweile zu anstrengend, und dann möchte ich so viel wie möglich an einem Ort haben. Ich mache kein Bäder-Hopping, sondern bleibe den ganzen Tag.
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News und Ankündigungen / Re: Neues Familienbad für Bonn geplant
« Letzter Beitrag von Windfisch am August 14, 2018, 12:13:13 Nachmittag »
Sowas habe ich schon fast erwartet. Ich war letztes Jahr dienstlich in Bad Godesberg, und das ist ja altes Diplomaten- und Politikerviertel. Da ist wohl die gleiche Interessenlage vertreten wie in London, dort gibt es auch keine vernünftigen Bäder. Die Londoner, mit denen ich darüber redete, meinten, "London doesn't need this because everyone is SO grown up here". Auch bei meiner diesjährigen Reise dort hin sagte die Wirtin von meinem B&B zu Rutschen und Erlebnisbecken so etwas wie "You are grown up. You don't need this. It's for kids."
Hätten die Pläne eine "ernsthafte" Sportschwimmhalle mit 50m-Becken und ggf. Saunabereich vorgesehen, dann wäre das bestimmt ganz anders gekommen und man hätte wohl lieber vorgestern als heute angefangen mit dem Bau.
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