Ja,allerdings gibt es in Großstädten,wahrscheinlich wegen dem Platzmangel mit wenigen Ausnahmen kaum gute Erlebnisbäder. Allerdings ist das von Rostock nächstgelegene große Erlebnisbad (Wonnemar Wismar) 39 Minuten entfernt.
Das Problem bei Großstädten ist auf jeden Fall auch der Platzmangel. - Hinzu kommt aber wohl noch, dass Städte an sich nur über ein begrenztes Budget verfügen und daher lieber konventionell bauen - also ohne außergewöhnliche Attraktionen. In den Köpfen vieler Stadträte/Entscheidern besteht ein Schwimmbad eben aus klassischen Elementen, wie einem 25m Sportbecken, einem Nichtschwimmerbecken und einem Kleinkinderbereich. - Ein Erlebnisbecken mit ein paar Massagedüsen, Nackenduschen oder gar einem Wasserpilz ist da schon das Höchste der Gefühle. Es geht in erster Linie darum "(irgend)ein Schwimmbad" zu haben und hier spielen die Schulen/Vereine tatsächlich eine entscheidende Rolle. Sie sind "sichere" Gäste, durch den sich der Bau eines teueren Schwimmbads - auch im Hinblick auf die Gesundheitsförderung - legitimieren lässt. Das Umdenken, dass das klassische Schwimmbadkonzept im 21. Jahrhundert viele Leute nicht mehr hinterm Offen vorlockt, findet aber immerhin langsam statt. Mehr und mehr werden nun Großwasserrutschen nachgerüstet, weil man erkannt hat, dass sie für die heutigen Generationen einfach dazu gehören. Bei der Ausstattung von komplett neuen Bädern tun sich Städte insgesamt gesehen aber nach wie vor schwer.
Ausnahmen hinsichtlich der Kreativität gibt es bei städtischen Bädern jedoch auch. - So ist das Europabad in Karlsruhe ein städtisches Erlebnisbad, welches außergewöhnlich viel zu bieten hat. Nach zunächst schleppendem Start 2008 schreibt man nach ein paar Jahren und Nachbesserungen nun sogar schwarze Zahlen. Man hat mit dem Konzept viel gewagt und wurde in der Anfangszeit auch von vielen Seiten kritisiert. Es kann also funktionieren, die Gefahr, dass die Rechnung nicht aufgeht ist jedoch gegeben und dann sind es keine privaten Investitionen sondern Steuergelder, die eine Wiederwahl nicht gerade wahrscheinlicher werden lassen.
Private Investoren sind in Sachen Ausstattung deutlich kreativer und gehen lieber direkt raus auf die grüne Wiese. Bevor sie (sinnlos) viel Geld in teueres innerstädtisches Bauland investieren, wählen sie lieber gleich Möglichkeiten wie z.B. das Erbbaurecht und pachten das Gelände langfristig. Hinzu kommt noch, dass man sich "auf der grünen Wiese" etwas Abstand zur Stadt schafft. Hierdurch wird man nicht von Anfang an von Besuchern überlaufen, sondern kann den Andrang beobachten und ggf. langsam mitwachsen. - Auch ganz simple Probleme wie z.B. die begrenzte Kapazität von Kanalisation und Wasserleitung lassen sich auf der grünen Wiese schneller und einfacher beheben als in der "zubetonierten" Stadt.



