Beiträge von Otto Normalrutscher

    Danke, das habe ich noch gar nicht mitbekommen.:huh: Ich hatte das Bad irgendwann abgeschrieben und nicht gedacht, dass noch irgendwann was kommt. Der Betreiber hatte sich damals sehr klar für den Abriss der Rutsche ausgesprochen, die koste viel zu viel Energie.

    Die Aktualisierung der Liste folgt dann irgendwann in den nächsten Monaten...

    Irgendwann ist mir aufgefallen, dass mir nur eine Rutsche in Hamburg fehlt, und da dachte ich mir auf der Durchreise: Komm, die machst du jetzt auch noch.


    (Das Arriba Norderstedt stellt eigentlich alle Hamburger Bäder in den Schatten, gerade was die Familienfreundlichkeit, Größe und Anzahl der Rutschen angeht. Es wurde von einem Sportbad zu einer Art extragroßem, aus verschiedenen Gebäudeteilen zusammengepuzzeltem "Wonnemar plus" ausgebaut und hat eine Edelstahl-Tunnelrutsche, 2 verschiedene Breitrutschen, Turbo, Magic Eye und Wildwasserbach. Das Bad liegt zwar in Schleswig-Holstein, aber noch im Einzugsbereich Hamburgs - stünde es ein Stück weiter südlich hinter der Grenze, würde es diese Liste locker anführen.)


    1. Bäderland Billstedt

    Ich habe die Bäder nach den Rutschen sortiert, ansonsten stünde das Bäderland Billstedt definitiv nicht ganz oben. Noch nie habe ich ein Bad als so laut, eng, voll und anstrengend empfunden. Das Personal gab sein Bestes, konnte sich aber nicht wirklich durchsetzen. Zeitweise wurde der gesamte Rutschenturm überschwemmt, als jemand das Wasser am Rutschenstart staute - das Treppenhaus war ein Wasserfall. Neben dem Sportbecken gibt es ein Plantschbecken mit Felslandschaft und Minirutsche.

    Selten dämlich ist auch die Preisgestaltung: In diesem Sportbad gibt es keine Kurzzeittarife, sondern nur Tageskarten für 6,2 Euro. Das mag ein akzeptabler Preis für einen ganzen Tag sein, aber in einem Sportbad wollen naturgemäß viele Leute nur für ein bis zwei Stunden schwimmen, und dafür ist der Preis zu teuer. Für viele Besucher war das ziemlich teuer und sie waren ziemlich erschrocken, als sie über 12 Euro für zwei Personen zahlen sollten. Das führte dann auch zu lebhaften Diskussionen an der Kasse.

    Aber rein rutschenmäßig ist das nun einmal das mit Abstand attraktivste Bad Hamburgs - auch wenn aus den großen Plänen, eine Rennrutsche und einen Trichter mit Raketenstart zu bauen, auf der Website keine Rede mehr ist.

    • Die Turborutsche ist sehr schnell, aber leider ein wenig scharfkantig.
    • Auch die Reifenröhre ist ziemlich flott, für eine Reifenrutsche relativ kurz, es gibt Tageslichteffekte und Hartgummi-Einzelreifen.

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    2. Midsommarland

    Dies ist das einzige Bad mit Rutsche, das nicht nur ein Sportbad ist. Wer also zu den Rutschen ein richtiges Erlebnis- und/oder Thermalbad möchte, für den ist das die einzige Option innerhalb Hamburgs. Das Bad ist im skandinavischen Stil dekoriert, vor allem rote Holzhütten prägen das Bild.

    • Der Wildbach ist zwar sehr kurz, aber er hat eine starke Strömung und ein Zwischenbecken, in dem man unter Wasser gezogen wird. Außerdem ist er in eine schöne Felsszenerie eingebettet. Er läuft auf drei verschieden starken Stufen. Weil die stärkste erst abends um acht eingeschaltet werden sollte, konnte ich leider nur die mittlere erleben.

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    3. Alster-Schwimmhalle

    Die Alster-Schwimmhalle wieder ein Sportbad, allerdings eines, in dem es ruhiger zugeht und das anders als die anderen Bäder relativ zentral gelegen ist - man kann vom Hauptbahnhof sogar hinlaufen. Das Gebäude ist zwar nicht gerade neu oder schön, aber dafür ist es in seinen Dimensionen viel großzügiger und beeindruckender. Deswegen habe ich mich dort wohler gefühlt als in den anderen Sportbädern - im Vergleich zur Alsterschwimmhalle wirken diese sehr beengt.

    • Die blaue Röhrenrutsche verläuft komplett indoor. Sie ist einigermaßen schnell und sauber verfugt. Nichts Besonderes, macht aber Laune.

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    4. Bäderland Bramfeld

    Das letzte Bad ist am schwierigsten zu erreichen. Dieses Sportbad ähnelt dem Bäderland Billstedt sehr in Aufteilung und Preisgestaltung, auch wenn es dort nicht so unruhig ist.

    • Die grüne Tunnelrutsche/Black Hole ist größtenteils "verblackholed", auf einigen Metern ist die Tunnelabdeckung aber auch lichtdurchlässig. In den dunklen Passagen gibt es grüne und rote Blicklichter sowie Tageslichtringe. Optisch ist die Bahn also ganz abwechslungsreich. Die Rutsche hat auch ein ganz solides Tempo und in sportlicher Haltung schwingt man ordentlich herum. Leider sind die Fugen schon stark ausgeprägt und zwicken am Rücken. Schade - ansonsten hätte ich diese Rutsche über der in der Alsterschwimmhalle eingestuft.

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    Andere Ranking-Varianten:


    Welche Rutsche ist die extremste?

    1. Turbo, Billstedt
    2. Wildbach, Midsommarland
    3. Black Hole, Bramfeld
    4. Reifenrutsche, Billstedt
    5. Röhre, Alsterschwimmhalle

    Welche Rutsche ist aus meiner Sicht die beste?

    1. Wildbach, Midsommarland
    2. Reifenrutsche, Billstedt
    3. Röhrenrutsche, Alster-Schwimmhalle
    4. Turbo, Billstedt
    5. Black Hole, Bramfeld

    10. Müritztherme Röbel

    Dieses kompakte, helle Spaßbad versorgt die Einheimischen und Urlauber an Deutschands zweitgrößtem See an Regentagen. Gemütlich, aber mit einem Blick überschaubar.

    • Über den Badegästen vollführt eine kurze Freirutsche eine Acht und landet per Sofa-Auslauf im Becken. Nichts Besonderes, aber macht immerhin mehr Spaß als die ähnlich klein-kompakten Indoor-Freirutschen in Greifswald oder Göhren-Lebbin.

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    11. IFA Vitamar Ostseebad Binz

    Das dritte der drei Bäder an der Westküste Rügens gehört zu einem IFA-Hotel. Das kleine Erlebnisbad beinhaltet im Wesentlichen ein geschwungenes Erlebnisbecken mit vielen Liegestühlen drumherum. In der Mitte erhebt sich eine Art Fels, durch den ein Strömungskanal verläuft. Noch eine Etage höher, oben auf dem Fels, kann man in ein eiskaltes flaches Becken treten. Ein Teil davon ist jedoch mit Gittern gesperrt, denn dort ergießt sich der Inhalt als Wasserfall nach unten - was offenbar der ganze Zweck des seltsamen Beckens ist. Nebenan startet die Rutsche.

    • Die kleine Freirutsche ist zwar nur etwa 40 Meter lang, macht aber Laune. Man rutscht U-förmig über dem Strömungskanal durch die Grotte und landet per Plumps im Erlebnisbecken. Hier haben wir damals unsere Oma überredet, eine Rutsche auszuprobieren - als dann völlig unerwartet der Plumpsauslauf kam, bereute sie es.
    • (Eine Treppe im Fels führt in eine versteckte Grotte mit Mini-Breitrutsche für kleine Kinder, die ins Erlebnisbecken führt - wirklich eine originelle Idee.)

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    12. Bodden-Therme Ribnitz-Damgarten

    (ausführlicher hier)

    Die eigentliche Besonderheit dieses Bades steckt in der Beckenlandschaft: Ein Wellenbecken jenseits der beiden großen zwei Bäder in Wismar und Stralsund, und noch dazu ein echt gutes mit engem Wellenkanal. Der Rest der Beckenlandschaft ist eher klein und kompakt: Schwimmerbecken, Kinderbecken, Strömungskanal. Dafür hat dieses Bad aber nach Stralsund das zweitschönste Theming (vor allem, wenn man die schöne Saunalandschaft mit einbezieht).

    • Die grüne Röhrenrutsche ist durchschnittlich lang und nicht allzu schnell. Sie endet in einem Flachwasserauslauf. Mittlerweile zeigen sich auch die Fugen ein wenig.

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    13. Volksbad Waren

    (ausführlicher hier)

    Hier haben wir es wieder mit einem See-Freibad inklusive langem Steg zu tun, diesmal am Ufer der Müritz. Die Besonderheit: Der Eintritt ist komplett kostenlos.

    • Die Freirutsche (von Sihag) steht anders als in Bützow leider komplett an Land, eingezäunt und mit Flachwasserauslauf. Es fließt recht viel Wasser, das Tempo ist nicht allzu schnell und die Fugen sind leicht zu spüren. Muss man nicht gemacht haben.

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    14. Waldbad Stavenhagen

    Partytime! Im mit Abstand am stärksten frequentierte Freibad in MV herrscht hüpfen Jugendliche zum Beat der Musik vom Sprungturm. Wer ganz in Ruhe schwimmen will, ist hier vielleicht nicht optimal aufgehoben, aber man kann sich hier schon wohlfühlen, es gibt viel Wasserfläche und es war weder übermäßig laut noch aggressiv.

    • Die größere Edelstahl-Breitrutsche mit Plumpsauslauf macht Spaß, auch wenn man nicht abheben kann.

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    15. Aquafan Fleesensee (ehemals Fleesensee SPA) Göhren-Lebbin

    Diese recht abgelegene Wellnessanlage in der Seenplatte ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen. Das winzige Hotelbad besteht eigentlich nur aus einem kleinen Innen- und Außenbecken zum entspannt Rumliegen. Und dann ist da noch ein kleiner Spaßbereich. Theoretisch. Als ich das erste Mal vor der Tür stand, wurde er gerade renoviert, was auf der Website nicht wirklich zu erkennen war. („Der Innen- und Außenpool haben geöffnet.“ Subtext: „Aber das Spaßbecken mit Rutsche nicht.“)

    Beim zweiten Versuch war die Renovierung dann abgeschlossen. Und das Spaßbecken mit Strömungskanal verschwunden. Stattdessen befand sich dort ein Kinderbereich mit flachen Gummimatten, Spritz- und Kletterfiguren. Sieht ja ganz nett aus, aber jetzt hat das Bad wirklich absurd wenig Beckenfläche.

    • Darüber schlängelt sich die Kreisel und Kurven einer kurzen bunten Freirutsche dahin, deren Segmente während der Renovierung anscheinend ausgetauscht wurden. Und zwar nicht sehr professionell, denn die Übergänge zwicken. Das sollte bei einer neuen Rutsche wirklich nicht passieren. Das Tempo ist ja ganz okay, aber nicht weltbewegend. Eine etwas längere, aber dennoch schlechtere Version der nahen Müritztherme-Rutsche.

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    16. Freizeitbad Greifswald

    Das Spaßbad in Greifswald hat eine sehr gemütliche Atmosphäre mit vielen Natursteinen und jeder Menge Platz. Sport- und Spaßbad haben die übliche Ausstattung.

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    Schließlich gibt es noch zwei Bäder, deren Rutschbahnen nicht wirklich vollwertige Wasserrutschen sind. Deshalb habe ich mir den Besuch gespart.


    17. Ostsee-Therme Usedom

    Die Gestaltung sieht ganz schön aus. Gleich nebenan liegt die polnische Grenze und dahinter der Baltic Park.

    • Zwei Mini-Freefalls für kleine Kinder führen von einer Art Vulkan.

    18. Bernsteintherme Zinnowitz

    Die Bernsteintherme hat sensationell schlechte Bewertungen im Internet. Das kleine, kalte Bad knöpft den Touristen offenbar unabhängig von der Verweildauer 16 Euro ab und überlebt nur wegen der vielen Touristen, die nicht wissen, was sie an einem Regentag tun sollen.

    • kleine Edelstahl-Breitrutsche

    Andere Ranking-Varianten:


    Die extremsten Rutschen

    1. Turbo, Stralsund
    2. Wildbach, Stralsund
    3. Kamikaze, Wismar
    4. Turbo, Wismar
    5. Wildbach, Linstow
    6. Freirutsche/Freefall, Friedland
    7. untere Röhrenrutsche, Linstow

    Die am besten thematisierten Rutschen

    1. Wildbach, Stralsund
    2. Black Hole, Sellin
    3. Breitrutsche, Stralsund
    4. Breitrutsche, Wismar
    5. Wildbach, Linstow

    Die subjektiv besten Rutschen

    1. Wildbach, Stralsund
    2. Turbo, Stralsund
    3. Kamikaze, Wismar
    4. Rafting Slide, Wismar
    5. Black Hole, Wismar
    6. Crazy River, Wismar
    7. Turbo, Wismar
    8. Wildbach, Linstow
    9. Freirutsche/Freefall, Friedland
    10. untere Röhrenrutsche, Linstow
    11. Black Hole, Sellin
    12. Freirutsche, Pasewalk

    Letzten Sommer habe ich eine 9-Euro-Freibadtour zu den unbekanntesten Rutschen von MV unternommen, sodass ich jetzt stolz diese Liste präsentieren kann (sortiert nach Attraktivität der Bäder, in erster Linie für Rutscher). Manche Besuche sind also aktuell, andere liegen Jahre zurück.


    1. Hansedom Stralsund

    (ausführlicher hier und hier)

    Dieses große und wunderbar im Maya-Dschungel-Stil gestaltete Erlebnisbad ist für Rutscher und Familien mit größeren Kindern das beste Bad in MV. In der verwinkelten Beckenlandschaft verbergen sich

    • der beste Wildwasserfluss Norddeutschlands und nach Karlsruhe wohl auch der zweitbeste und zweitextremste Deutschlands, mit zwei seitlichen Zwischenbecken, wunderschöner Felslandschaft, zwei kurzen Tunnelstrecken, starken Strömungen und einem brutalen Plumpsauslauf in einer Höhle
    • eine schnelle Turbo mit klassischem Verlauf
    • eine Black Hole mit Leuchtbildern und Lauflichtringen, ziemlich schnell mit steilem Jump
    • eine ungewöhnlich große Breitrutsche mit mehreren Wellen und Plumpsauslauf ins Erlebnisbecken
    • eine rote Röhre mit leuchtenden Bildern, seit der Neubeschichtung sehr langsam

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    2. Wonnemar Wismar

    (ausführlicher hier und hier)

    Viele Mecklenburger Kinder haben ihre persönlichen Erinnerungen an den Rutschenturm im Wonnemar - von dicken Freunden, die in der Rutsche steckenbleiben, bis zu einem plötzlichen Ausfall der Pumpen. Dieses Bad ist bei Familien deutlich bekannter und beliebter als der Hansedom, was ich nur bei Familien mit ganz kleinen Kindern nachvollziehen kann.

    Die Gestaltung und Beckenlandschaft sind in Wismar nicht ganz so umfangreich, die Wellen etwas schwächer und es gibt deutlich weniger Whirlpools (nämlich nur einen). Dafür sind der Plantschbereich für kleine Kinder und die Saunalandschaft größer. Und quantitativ gibt es mehr Rutschen.

    • schnelle, spaßige Kamikaze mit kurzem und langem Steilstück indoor im Rutschenturm
    • sehr rasante Rafting-Slide-Reifenrutsche mit Zwischenbecken über dem Wellenbecken und dunklem Abschnitt
    • gute Black Hole mit diversen Lichteffekten und steilem Jump am Ende
    • Crazy River mit witzigen Kurvenumschwüngen und Zwischenbecken im Rutschenturm
    • nette Turbo im mittleren Stockwerk, Verlauf als Kurve
    • Standard-Roigk-Breitrutsche ins Wellenbecken
    • (nette Kinderturbo bis 12 Jahre)

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    (Direkt hinter der Grenze auf Usedom und damit fast in MV liegt der polnische Baltic Parc Molo mit Trichter, Reifenrutsche und zwei Turbos, den ich an dieser Stelle ins Ranking einordnen würde.)


    (Das geschlossene Spaßbad Samoa in Warnemünde konnte ich leider nie ausprobieren, aber mit zwei Reifenröhren, Black Hole und Turbo stünde es in der Liste vermutlich hier.)


    3. Van der Valk Linstow

    (ausführlicher hier und hier)

    Ich bin zwar kein großer Fan vom Van der Valk, aber neben Wismar und Stralsund ist es nun einmal das einzige andere Bad mit mehreren richtigen Rutschen. Es gehört zu einem Ferienpark und ist deutlich bescheidener im Vergleich zu den ersten beiden Plätzen: Ein Erlebnisbecken ohne viel Erlebnis, drei Whirlpools, ein gutes Kinderbecken und ein eiskaltes Außenbecken. Die Beckenlandschaft ist teils mit Felsen und teils in weißer Optik dekoriert, die wohl edel wirken soll, was aber teilweise der Zahn der Zeit deutlich verhindert. Die Röhrenrutschen wurden von außen weiß bepinselt und sehen dadurch von innen irgendwie schmutzig aus.

    • Der Wildbach läuft einmal stündlich für einige Minuten. Er startet leider hinten im Außenbecken, sodass jeder Rutsch Überwindung kostet. Wenn man außerdem noch die schmuddeligen Fliesen und vergammelten Blätter im Auslaufbecken ignoriert, ist die Rutsche trotz ihrer Kürze echt gut. Besonders auffällig sind die riesigen Röhren, aus denen am Start dicke Wasserstrahlen hervorquellen. In der Mitte der eher kurzen Strecke wartet ein seitliches Zwischenbecken, wobei man auch angehalten und unter Wasser gezogen wird, wenn man eigentlich gar nicht richtig im Becken ist. Es fließt wirklich viel Wasser und es herrschen kräftige Strömungen. Nicht nur der zweitbeste Wildbach in MV (da gibt es ja nur zwei), sondern in ganz Norddeutschland (besser als in Norderstedt und Celle).
    • Die untere Röhrenrutsche endet nach ein paar Kurven mit einem sehr steilen Jump und einem Plumpsauslauf, die macht auch eine Menge Spaß.
    • Die Breitrutsche ist außerordentlich steil und führt ins Erlebnisbecken. Früher bestand sie aus rauem Kunststoff, heute aus Edelstahl.
    • Die obere Röhrenrutsche ist die höchste, aber auch langweiligste im Bad. Sie besteht nur aus Geraden und leichten Rechtskurven, im Plumpsauslauf neben der anderen Röhre landet man dann auch mit deutlich weniger Schmackes.
    • (Eine Kinderröhrenrutsche ist auch dabei.)

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    4. Freibad Friedland (bei Neubrandenburg)

    Platz vier ist ein Geheimtipp! Ziemlich abgelegen in der Mecklenburger Pampa verbirgt sich dieses freundliche Freibad. Rutschenfans, die (gerade an einem heißen Tag) in der Gegend unterwegs sind, sollten einen Abstecher in Erwägung ziehen.

    Zwischen dem Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken steht ein gläsernes Gebäude, in das man durch Schleusen hineinschwimmen kann. Eine nette Idee, so ist man beim Rein- und Rausgehen nicht der Kälte ausgesetzt (wobei das Wasser auch ganz schön kalt ist).

    • Die Freirutsche schickte mich nach einer kurzen Strecke durch einen Drop auf direktem Wege abwärts und schmiss mich mit Schmackes ins Becken. Neben Wismar ist das die einzige (mehr oder weniger) Freefallrutsche in MV. Der ungewöhnliche Verlauf und sogar Aussehen und Farbton erinnern an den tschechischen Aquapark in Žamberk. Die Fugen zwicken ein bisschen, aber nicht so sehr, dass es mich davon abhielt, mich nicht immer wieder ins Wasser werfen zu lassen. (Außerdem macht das Teil auch im Sitzen Spaß.) Der begrenzende Faktor war eher die Kälte, die mich irgendwann zurück ins Glashaus trieb.

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    • (Im Kleinkindbereich gibt es gleich zwei winzigkleine Mini-Freirutschen.)

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    (Hier hätte ich den Black-Hole-Crazy-River in der Oase Güstrow eingeordnet, der leider abgerissen wurde, weil er zu viel Energie verbrauchte. Er war bis dahin die längste Rutsche in MV und hatte zwei Zwischenbecken, eine helle und eine dunkle Hälfte mit Lichtringen und Sternenhimmel sowie eine Landegrotte. Ich habe den Crazy River als recht thrillig und abwechslungsreich in meiner Kindheitserinnerung.)

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    5. Ahoj (ehemals Inselparadies/Freizeitbad Nemo) Sellin

    (ausführlicher hier)

    Auf Deutschlands größter Insel Rügen gibt es gleich drei Bäder mit Rutschen. Dieses weiße Bad für Familien und Entspanner besteht vor allem aus einem geschwungenen Innen- und Außenbecken und einigen Whirlpools.

    • Im Leuchtturm beginnt eine moderne Rutsche. Sie startet als komplett dunkle Black Hole, dann folgen leuchtende LED-Pfeile, sodann eine White-Hole-Strecke mit roten und blauen Blinklichtern und Tageslichteffekten und zum Schluss wird es nochmal kurz dunkel. Das Tempo ist auch ganz zügig. Die modernste Effektrutsche in MV und nach Wismar die zweitbeste Black Hole.

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    6. Lindenbad Pasewalk

    Der Name ist Programm: Dieses großzügige Freibad hat jede Menge Bäume, Edelstahl und viel Wasserfläche. Sogar eine Schaukelbucht zum Wellenmachen im tschechischen Stil ist dabei.

    • Die vermutlich längste Freibadrutsche in MV hat denselben Blauton wie in Friedland und endet nach einer zügigen, kurvigen Fahrt im Sofa-Auslauf.

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    7. Erlebniswelt Splash Neddesitz

    Dieses kleine Bad ist Teil eines Hotels auf Rügen, nahe an den berühmten Kreidefelsen von Jasmund. Neben einem Spaßbecken mit nettem Strömungskanal in einem hellen Glasraum ist auch eine kleine Saunalandschaft im Preis inkludiert.

    • Die grüne Tunnelrutsche ist recht schnell. Sie hat eine fugenlose Neubeschichtung, die ist allerdings ungewöhnlich rau, was ich ähnlich unangenehm fand wie ausgeprägte (aber noch nicht scharfkantige) Fugen.

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    8. Heidebad Torgelow

    Eine kleinere und sterilere Version des Pasewalker Freibads, nur ein paar Kilometer nördlich vom Original.

    • Auch die gelbe Freirutsche ist ein wenig kürzer und etwas zahmer als in Pasewalk, dafür endet sie per Plumps.
    • In der Ecke steht außerdem die Standard-Breitrutsche von Roigk. Sie hat in Torgelow keinen Plumpsauslauf, stattdessen wird das letzte Stück ins Kleindkindbecken ins Wasser getaucht, wodurch die Rutsche sogar noch kürzer als sonst ist. Eigentlich gar nicht so dumm: So haben die Kleinsten immerhin eine längere Rutschbahn als die üblichen Mini-Breitrutschen (von denen auch hier zwei die Plantschbecken verbinden).

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    9. Freibad Rühner See Bützow

    Dieses Freibad liegt an einem natürlichen See, Becken gibt es nicht. Der See ist flach und hat einen schlammigen Grund. Ins Wasser führt ein Steg mit 1-m-Sprungbrett und 2-m-Sprungpodest, ferner gibt es Wiesen, einen Spielplatz und ein Riesenschachbrett.

    • Die Freirutsche von Klarer wurde direkt im See aufgestellt, die Treppe beginnt am Strand. Sie ist mit ca. 50-60 m eher kurz, macht aber durchaus Spaß. Nach einer Helix schwingt man lustig nach links und rechts, bevor man per Plumps im Schlamm und Wasser des Rühner Sees landet. Ich mag diese Rutsche, auch weil ich einige Kindheitserinnerungen mit ihr verbinde. Als erster Rutscher des Tages musste ich früher öfter mal die Mitarbeiter bitten, die Rutsche anzustellen. Als erster Rutscher der Saison kommt noch die Herausforderung hinzu, durch all die Spinnweben zu rutschen, die sich im Winter angesammelt haben.

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    Ich stelle mir die Idee witzig vor. Wenn das Ding aus Glas ist, würden bestimmt einige Badegäste fasziniert verfolgen, wie der Reifen nach oben schießt.

    Bisherige Lösungen: Reifenlifte wie in Erding oder in Titisee wurden schnell wieder abgebaut oder gar nicht erst in Betrieb genommen.

    Eigentlich sind Reifenlifte kein Hexenwerk. Der im italienischen Acquavillage Cecina z.B. funktioniert top und ist wahrscheinlich platzsparender als ein Aquanoster. Keine Ahnung, was in Erding schiefgelaufen ist, aber gut möglich, dass es dieser neuen Erfindung erst recht zustoßen und der Aquanoster genauso kurz bestehen würde.


    Am Ende kommt es auch darauf an, ob es sich lohnt, so ein aufwändiges Teil in Schuss zu halten. Rutschen (gerade technisch aufwändige) müssen funktionieren, sonst sind die Gäste enttäuscht. Aber so eine Erfindung mit "Assistenzfunktion" würde ein Betreiber wohl eher abstellen, wenn sie zum dritten Mal kaputtgeht. Da würde die ständige Instandhaltung mehr kosten als die wenigen Gäste, die sauer sind, weil sie ihren Reifen selbst schleppen müssen.

    Das Erlebnisbad Greifswald verfügt bisher nur über eine beklagenswert kurze Rutsche. Das könnte sich nun ändern - falls die Ölpipeline Nord Stream 2 aus politischen Gründen nicht zustandekommen sollte, will das Bad die Röhre aufkaufen und zu einer Wasserrutsche umbauen. Sie soll nicht durch Gefälle, sondern durch die Strömung angetrieben werden, also eine Art Crazy Bob.


    Der Postillon: Falls Pipeline scheitert: Erlebnisbad Greifswald will Nord Stream zur längsten Wasserrutsche der Welt umbauen (der-postillon.com):D:thumbup:


    Meiner Meinung nach ist das die sinnvollste Lösung für die aktuelle Krise mit Russland. Nicht nur wird der energierechtliche Streit um die Pipeline elegant gelöst, die direkten Begegnungen deutscher und russischer Badegäste dürften auch international zum Abbau von Vorurteilen und Spannungen beitragen, weitaus mehr als eine unpersönliche Ölpipeline. Nur die osteuropäischen Staaten werden vermutlich unzufrieden sein, dass ihnen kein eigener Einstieg in die Rutsche ermöglicht wird.

    Becken:

    -Badebereich im Rutschenlandebecken

    -Kinderbecken mit Spritzpilz


    Rutschen:

    -Kinder-Crazy-River

    -Crazy River

    -Black Hole

    -Freirutsche

    -Multislide


    Gestaltung: 1

    Größe: 3 (Durchschnitt aus: 4 bezüglich des Freibadbereichs, 2 bezüglich des ganzen Parks)

    Beckenvielfalt: 4

    Hygiene: 2

    Temperatur: 3

    Rutschen: 1 (doppelt)

    Umkleiden: 3

    Personal: 2

    Eintritt: 3

    Gesamt: 2,3


    Die dänische Insel Bornholm liegt in der Ostsee und ist mit der Fähre von Sassnitz auf Rügen in drei Stunden erreichbar – damit liegt die Insel näher an Deutschland, Polen und Schweden als am restlichen Dänemark. Dänemarks Ultra-Urlaubsinsel hat jede Menge Klippen und andere umwerfende Landschaften.

    Aber gibt es da auch Rutschen? Im Internet habe ich zunächst eine Sportschwimmhalle entdeckt, zu der es nicht wirklich viele Infos gab, die aber offenbar keine Rutschen hat und außerdem noch geschlossen war.

    Interessanter ist da schon die Anlage mit dem alles andere als eingängigen Namen Brændesgårdshaven. (Ich hoffe, ich habe das richtig geschrieben.) Die liegt bei Svaneke an der Ostküste. Es handelt sich um eine Art Mischung aus Zoo, Freibad und kleinem Freizeitpark. Neben dem Badebereich gibt es kleine Karussells, alte Fachwerkhäuser, einen See mit Ruderbooten und Hängebrücke sowie ein paar Tiergehege mit Hängebauchschweinen und verschiedenen Affenarten, das Ganze ist als nette Parkanlage gestaltet. Direkt neben dem Freibad turnen die Lemuren herum, entsprechend zeigt das Logo des Parks auch einen Lemuren auf einer Wasserrutsche.

    Für all das gibt es einen pauschalen Tageseintritt, der für Erwachsene je nach Datum und Wechselkurs irgendwo zwischen 15 und 20 Euro liegt. Wenn man nur das Freibad sehen möchte, ist das ein bisschen viel, aber was solls. Also habe ich am roten Eingangshäuschen bezahlt und mich dann auf die Suche nach den Rutschen gemacht.


    Der Park öffnete um 10, das Freibad aber erst um 11, also habe ich mich zuerst ein bisschen umgeschaut und Fotos der Rutschen von außen im trockenen Zustand gemacht. Dann schob endlich jemand die Absperrung zur Seite. Das Wetter war noch ziemlich frisch, sodass sich nur wenige Gäste zögernd über die Treppe wagten. Wartezeiten gab es entsprechend kaum. Als nächstes sollten wir zur Freibad-Gastronomie gehen und unseren Coronapass vorzeigen. (In Dänemark war im Sommer ein 3G-Nachweis für Wasserparks nötig, nicht aber für Freizeitparks.) Im Gegenzug gab es ein Papier-Armband, dass zum Eintritt berechtigt. Nächste Station sind dann die Duschen und Umkleiden. Die sind eher einfach gehalten und bestehen aus einer Sammelumkleide plus ein paar Kabinen. Zum Corona-Armband gesellt sich hier noch das Gummiarmband mit dem Spindschlüssel. Die Schränkchen verlangen als Pfand eine 20-Kronen-Münze (wenn ich mich richtig erinnere). Ich brauchte zwei Versuche, bis ich eine Dusche mit wirklich warmem Wasser fand.

    Durch die Hintertür der Duschen bin ich dann endlich im Bad gelandet. Der schmale Weg an der Gastro, Umkleiden und Duschen führt im Bogen seitlich am Becken vorbei. Dadurch können Eltern, ohne sich extra umzuziehen, auf einer hölzernen Terrasse ihre Kinder im großen Becken (nicht aber überall im Freibad) beobachten.


    Als erstes bin ich am Eingang zum Kinderbecken (Børnland) vorbeigekommen. Es hat hat einen Spritzpilz und einen kleinen Crazy River. Der führt im Prinzip nur einmal geradeaus, wechselt die Richtung und wieder zurück. Weil er aber frei aus Beton modelliert ist, macht er dabei viele kleine Schlenker. Das sah schon ganz interessant aus. Weil eh noch keine Kinder da waren, dachte ich mir: Was solls, ich probiere ihn mal aus.

    Das war ein Fehler.

    Zum Rutschen stehen nur die kleinen Hartgummireifen für Kinder zur Verfügung. Das Wasser war überhaupt nicht in der Lage, mein Gewicht auf so einem Ding zu oben zu halten. Die meiste Zeit musste ich mich anschieben. Ab und zu habe ich genug Schwung bekommen, um wenige Meter auf dem Wasser zu treiben.

    Jetzt weiß ich wieder, warum ich normalerweise keine Kinderrutschen ausprobiere.

    Ich hoffe, dass zumindest Kinder auf dem Teil gut vorwärts kommen – selbst da bin ich mir nicht sicher.


    Die anderen Rutschen verlaufen hangverlegt auf einem grünen Hügel voller Pflanzen – solche Naturrutschen mag ich sehr gern.

    Als erstes folgt ein weiterer Crazy River, der große Bruder der Kinderrutsche. Der schlängelt sich auf einer deutlich längeren Strecke durch die Pflanzen. Manche Abschnitte sind lahm, andere aber sehr rasant und kommen schon fast an die Double Bob Splash Pipe im Alpamare heran. Mittendrin liegt ein ringförmiges Zwischenbecken mit starker Strömung, am Schluss ein eigenes Auslaufbecken. An sich könnte dieser River eine echte Spaßmaschine sein – wären da nicht die Reifen. Leider hat aus unerfindlichen Gründen auch dieser Fluss nur die kleinen Kinderreifen. Dadurch hatte ich andauernd das Gefühl, gleich umzukippen, und musste immerzu gegensteuern – der Spaß ging dabei leider ein bisschen flöten. Schade! Hier sollen unbedingt normale Reifen angeschafft werden.


    Die übrigen drei Rutschen führen alle über einen sehr niedrigen Plumpsauslauf in ein längliches Landebecken. Das ist in mehrere Teile unterteilt, sodass keine Unfallgefahr besteht. Auf der anderen Längsseite ist ein Bereich zum normalen Baden abgegrenzt, der aber keine besonderen Attraktionen hat. Das ist alles, was der Park für Ältere an Becken bietet.

    Die nächste Rutsche hat eine zeitgesteuerte Ampel und ist in den Berg eingebuddelt. Ich konnte auf den ersten Blick gar nicht erkennen, worum es sich handelt. Am Start und am Ende war sie senkrecht – also eine Art Turbo oder Freefall? Nein, doch eher eine Black Hole, denn der Durchmesser ist normal groß und in der Erde verbargen sich dann doch Kurven. Die kamen zum Teil sehr überraschend, denn Lichteffekte gibt’s nicht, nur das Tageslicht, das vorne und hinten reinschimmert. Ein witziges Teil! Unangenehm und ziemlich sinnlos fand ich aber die seitlichen Schwellen, über die ich immer wieder rutschen musste, wenn ich in den Kurven hochgeschaukelt bin. Auch die kamen in der Dunkelheit sehr unerwartet.


    Direkt nebenan, aber ein paar Meter höher startet eine Freirutsche. Ihre Ampel zeigte dauerrot, also bin ich irgendwann einfach trotzdem losgerutscht. Daraufhin begann ein sehr wilder Ritt: Ich wurde durch jede Menge Schaukelkurven, ein paar Jumps und viel Grün geschleudert. Was für ein Spaß!

    Aber als anständiger deutscher Tourist achte ich natürlich die Tradition meines Volkes und finde auch diesmal etwas zu meckern: Die Neubeschichtung ist rau und etwas unangenehm. Dennoch ist das meine Lieblingsrutsche im Park, diesmal ist das Manko wirklich nicht weiter schlimm.


    Ganz abseits steht noch eine Breitrutsche bzw. Multislide mit zwei Bahnen. Um sie auszuprobieren, musste ich einen weiten Umweg machen. Die Bahn hat einen eigenen Treppenaufgang am anderen Ende des Beckens und besteht aus blauen Planen. Hier geht es in zwei steilen Stücken abwärts. Dabei bin ich hin- und hergeschlingert und mehrmals gegen die Mittelbande gestoßen. Das macht aber nichts, denn die Begrenzung zwischen den Bahnen besteht aus sehr weichem Schaumstoff, eingepackt in blaues Gummi, jeder Kontakt bleibt also völlig schmerzfrei.


    Fazit: Hier gibt’s vier wilde, großartige Rutschen, alle mit irgendeinem Manko, das den Spaß etwas mindert, über das man aber noch hinwegsehen kann. Für Familien auf Bornholm lohnt sich die ganze Anlage mit den Tiergehegen auf jeden Fall, und auch Rutscher kommen hier definitiv auf ihre Kosten. Wem der Eintritt für die vier Rutschen zu teuer ist oder wer nicht nach Bornholm reisen will (warum auch immer), kann stattdessen auch größere skandinavische Outdoor-Wasserparks besuchen. Wenn ich mir die Tuberides-Berichte und -Videos so ansehe, scheint es dort ähnliche Rutschen zu geben.

    Gestern bin ich zum ersten Mal seit 4,5 Monaten wieder gerutscht. In der Eiswiese Göttingen gelten Maskenpflicht bis zur Umkleide und verschiedene Einbahnstraßen-Schilder (allerdings weniger als im Freibad), welche teilweise große Umwege um die Becken abverlangen. Es war angenehm leer und alles in Betrieb bis auf die Saunaaufgüsse (auf der Website stand, dass man aus Eimern selbstständig ohne Verwedeln aufgießen kann, wir fanden aber keine Eimer) und der Sauna-Innenbereich (wegen vorgezogener Renovierung, also nur indirekt wegen Corona).

    Auch hier haben mich einige Regeln verwirrt. Die Duschen darf man nur von der Schwimmhalle her betreten. Durch eine Tür rein in die Halle, dann von da aus in die Dusche (wo einem Leute entgegenkommen können, so eine richtige Einbahnstraße ist das nicht) und wieder raus und nach dem Schwimmen durch die Duschen zu den Umkleiden. Wieso nicht zwei Duschräume als Eingang (je einmal Damen und Herren) und zwei als Ausgang?

    Zusätzlich zur normalen Karte und zum Schlüsselarmband gibt es jetzt einen Chip und Papierarmbänder für die Sauna. Man schleppt also eine Menge Zeug mit, um zu beweisen, das man den Eintritt gezahlt hat. Der Chip lässt sich ins Schlüsselarmband stecken, verdeckt dann aber die Schranknummer. Er wird am Drehkreuz zur Sauna vorgehalten, während der Ausgang offen ist, wo ohnehin jeder reinspazieren könnte, daher zusätzlich das Papierarmband. Die Drehkreuze am Eingang (die seit Neustem sprechen?!) spucken den Chip aus, ohne zu erklären, wozu er dient. ("Bitte nehmen Sie Ihren Chip mit!")

    Das ändert nichts daran, dass ein sehr angenehmer Aufenthalt trotz der Einschränkungen möglich ist.


    Ich bin überrascht, dass jetzt doch noch so viele Indoor-Erlebnisbäder öffnen. Ich fürchtete schon, die lassen sich Zeit bis zum Herbst, da sie aktuell sowieso keine Saison haben. Mein Wiedereinstieg in die Bäderwelt war vielversprechend, im August geht es dann in die Area 47.

    Heute war ich zum ersten Mal wieder schwimmen. Die Freibäder hier in Niedersachsen sind seit einer Woche geöffnet. Rutsche und Sprungturm waren geschlossen :(, der Imbiss geöffnet. Es gab genaue Regeln, wo man rein- und rausgehen und wie auf jeweils zwei Bahnen im Kreis geschwommen werden soll. Trotz Freiertag war es nicht voll, also waren die Abstände kein Problem.

    Sollte es zu voll werden, werden ab 15 Uhr keine Besucher hineingelassen, das Bad wird um 16 Uhr geräumt und um 16:30 neu geöffnet.

    In Warteschlangen vor Geschäften sehe ich eigentlich immer, dass die Leute den Abstand einhalten. Das größte Problem sind wohl die engen Umkleidegänge. Das ließe sich wohl nur lösen, indem sehr viel weniger Leute eingelassen werden. Zwei Drittel der maximal vorhandenen Spinde erscheint mir überraschend hoch. Ich habe es noch nie erlebt, dass (fast) alle Schränke in einem Bad belegt waren, aber schon oft, dass ein Bad voll war.

    An der Werra und Fulda, im nordwestlichen Viertel von Hessen, bin ich auf folgende Bäder gestoßen:


    Sportbad Ziehers in Fulda


    Das moderne Sportbad hat ein 25-m-Becken und ein warmes Kinderbecken. Das Personal ist sehr freundlich. Komplett indoor verläuft eine sehr kurze (30-40 m) Freirutsche aus Edelstahl von Wiegand. Sie sieht ganz harmlos aus, aber vielleicht täuscht der erste Eindruck ja...? Nein, tut er nicht. Die Rutsche ist mäßig schnell, man schaukelt ein bisschen und der Rutsch ist sehr schnell vorbei. Das Bad lohnt sich vor allem, wenn man Bahnen schwimmen möchte.



    Fulda hat zudem ein Freibad mit Breitrutsche, dafür herrschte allerdings gerade die falsche Jahreszeit.


    Aquafit in Bad Hersfeld


    Das Aquavit hingegen ist schon ein richtiges kleines Erlebnisbad. Das Bad und die Rutsche haben mich sehr an das Leinebad in Leinefelde erinnert: Sportbecken, Kinderbecken, Whirlpool und ein nicht allzu großes Erlebnisbecken sind in der Halle verteilt. Das Ambiente ist gemütlich und farbenfroh.

    Im gläsernen Rutschenturm startet eine Black Hole von FGGT, wie ich der Anleitung entnehmen konnte. Sie ist wurde neu beschichtet, sodass sie sich trotz ihres Alters angenehm rutscht. Das Tempo ist nicht rekordverdächtig, aber schon beachtlich. Unterwegs gibt es klassische Effekte wie Sternenhimmel und Lauflichtringe.

    Schönes Bad, empfehlenswert für alle Zielgruppen! Natürlich lohnt sich keine sehr weite Anreise, aber aus Nordhessen auf jeden Fall.



    Espada in Eschwege

    "Eschwege überrascht!", versprach eine Broschüre über diese Stadt. Und überrascht war ich in der Tat, als ich das Schwimmbad namens Espada oben auf einem Hügel betrat. Zunächst einmal eher negativ überrascht: Das Espada bewirbt sich zwar als Erlebnisbad, ist aber doch nur ein weiteres steriles, modernes Sportbad. Schwimmbecken, kleines Plantschbecken, ein warmes Kursbecken im Nebenraum, das wars.



    Dann war ich positiv überrascht, weil es nicht eine Rutsche gab, sondern sogar zwei. Das hatte ich auf dem Foto im Internet irgendwie übersehen.



    Beides sind Tunnelrutschen von Wiegand. Die untere ist nur etwa 40 Meter lang, aber schon die hat es durchaus in sich: In der richtigen Haltung kann man ordentlich Fahrt auf nehmen und herumschwingen. Die obere ist noch länger, schneller und hat in der Mitte einen ziemlich überraschenden Jump. (Jedenfalls, wenn man wie ich abends im Dunkeln rutscht.) Ich bin wild herumgeschwungen und habe sehr intensive Bekanntschaft mit den oberen, dicken Rändern der Halbschale gemacht. Ein paar Lichtspots begleiten die Fahrt.

    Für Rutscher und Schwimmer ist das Bad also super geeignet. Wer entspannen will, kann die Sauna dazubuchen - aber dafür gibt es wahrscheinlich bessere Bäder. Als Familienbad überzeugt das Espada nicht so.



    Außerdem ist da noch das Auebad in Kassel. Es hat bisher eine X-Tube, es soll eine Turborutsche hinzukommen. Ich wollte hinfahren, sobald die fertig ist.


    Sorry für die schlechten Bilder, wie man sieht, war ich abends im Dunkeln vor Ort.

    Im dritten Stock startet Insane Whirlpool, ein außergewöhnlicher Reifentrichter. Der ist 70,7 m lang und 13,8 m hoch. Schon vom Start aus sieht man etwas Seltsames: eine Art kleine Schanze oder Stufe aus Plastik mit Löchern wie ein Sieb, durch die das Wasser fließt. Beim ersten Rutsch kann es durchaus mal passieren, dass man auf der ersten Stufe hängen bleibt. Nach der ersten Kurve folgen weiterer dieser Stufen oder Schanzen, und dort hat man dann so viel Schwung, dass man keinesfalls hängenbleibt. Man rauscht einen Bogen herunter und hüpft andauernd etwa 10 bis 20 Zentimeter abwärts – und zwar immer schneller, weil man immer weiter beschleunigt. Gleichzeitig blitzen bunte Lichter in schnellem Rhythmus auf, dazwischen ist die Röhre dunkel. Gemeinsam schaffen es die Stufen und das Licht, dass man die Orientierung verliert. Ein ganz besonderer Effekt, der sehr gut funktioniert, auch wenn er sicher nicht jedermanns Sache ist.


    Wenn man dann also die Orientierung verloren hat, wird es plötzlich deutlich steiler, der Effekt ist zu Ende und man saust sehr überraschend die gerade Anlaufröhre hinunter in den Trichter. Es ist schon einer der schnelleren Reifentrichter, wenn auch nicht so rekordverdächtig wie in Pfäffikon. Ich habe dort drei bis vier Runden gedreht und bin dann in der Wasserrinne gelandet, welche die Rutscher zum Ausgang tragen soll. Das funktioniert aber nur, wenn man schon in der Nähe des Ausgangs landet. Ansonsten bleibt man stehen, weil die Wasserrinne einfach zu flach ist, um einen besetzten Reifen zu transportieren. Das funktioniert bei Aquarena besser. In etwa der Hälfte der Fälle musste ich mich zum Ausgang schieben, ähnlich wie bei den Trichtern von Van Egdom. Aber so eine rasante Anlaufstrecke hat kein Trichter von Aquarena, und solch einen besonderen Effekt hat meines Wissens überhaupt kein anderer Trichter.


    Nach dem Auslauf folgt wie üblich ein Jump, wenige Meter später endet die Fahrt. Die Effekte sind auf dem Rest der Strecke eher zurückhaltend, überall sind weiße Tageslichtpunkte und in der Trichtermitte blinkt eine Discokugel, die jedoch nicht so stark zu merken ist.




    Im höchsten Stockwerk, in 16,9 m Höhe, startet die Turbo Purple Supernova, die mir sehr gut gefallen hat. Zunächst einmal ist sie mit 105,6 m sehr lang, dennoch ist das zweifellos eine „richtige“ Turbo. Sie vollführt mehrere Kreisel, Bögen und Drops, der Verlauf ist sehr abwechslungsreich. Schon am Startdrop nimmt man eine ordentliche Geschwindigkeit auf, und die ganze Zeit über wird man gnadenlos immer schneller und ist der Beschleunigung völlig ausgeliefert. Und um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen, hat die Rutsche auch noch vielfältige elektrische Lichteffekte. Bunte LED-Blinklichter und Lichtringe begleiten den Rutsch. Im letzten Drittel spritzt das Wasser zu sehr und ich musste die Augen schließen, aber vorher konnte ich sie gut erkennen.


    Möglicherweise hat auch diese Turbo am Auslauf eine scharfe Kante, das spielt aber keine Rolle, weil man regelrecht in den Auslauf fliegt und sie nicht berührt.


    Fazit: Für Rutscher lohnt sich auch eine längere Anreise, vor allem aus MV oder Brandenburg, zumal es in diesen Bundesländern gar keine Trichter gibt. Die Reifenrutschen im Wonnemar Wismar und die Turbos in Wismar und Stralsund müssen sich neben den neuen polnischen Meisterwerken hintenanstellen. Auch wer die Surfanlage ausprobieren will, findet in der weiteren Umgebung keine Alternativen.


    Auf der anderen Seite muss ich aber sagen, dass die Bäder auf der deutschen Seite viel schöner gestaltet sind, am Wochenende ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis und ein stimmigeres Gesamtkonzept haben. Wer mit seiner ganzen Familie baden will, den dürften die Wochenendaufschläge und das kahle Ambiente eher abschrecken, die Grenze zu überqueren. Der Baltic Park hat zwar einen schöneren Kleinkinderbereich als der Hansedom Stralsund, aber nur deswegen dürfte wohl kaum jemand nach Polen fahren und so viel Geld ausgeben.


    Wer entspannen und saunieren will, findet dasselbe Angebot wahrscheinlich schon auf der deutschen Hälfte von Usedom für weniger Geld.



    Leider habe ich nicht daran gedacht, Fotos von innen zu machen.

    Wasserattraktionen:

    25-m-Becken

    Relaxbecken mit Spritzpilz und Sprudelliegen

    Künstliche Welle (Wellenball-Becken)

    Kinderbecken mit 3 Minirutschen

    Kinderbereich mit Spritzfiguren

    4 Whirlpools, davon 2 mit Salzwasser

    Wilder Fluss (Strömungskanal)

    Surf Wave (Flowrider)


    Rutschen:

    Blue Blast (Turbo/White Hole)

    Yellow Adventure (Reifen-White-Hole)

    Blue Blast (Reifentrichter/White Hole)

    Purple Supernova (Turbo/White Hole)


    Gestaltung: 3

    Größe: 2

    Beckenvielfalt: 2

    Hygiene: 1

    Temperatur: 2

    Rutschen: 1

    Umkleiden: 2

    Personal: 2

    Gesamt: 1,8


    balticpark-molo.pl

    Tuberides-Video:


    In Polen scheint gerade ein richtiger Rutschenboom zu herrschen. Auch in direkter Näher zu Mecklenburg-Vorpommern hat im Dezember ein Wasserpark eröffnet, in Swinoujscie/Swinemünde auf der Insel Usedom. Dorthin gelangt man noch mit dem MV-Ticket, die Bahn erreicht kurz hinter dem Bahnhof „Ahlbeck Grenze“ Polen, wo sogleich die Endstation folgt. Polen begrüßt seine deutschen Besucher dann mit:

    1. McDonalds

    2. HIER BILLIG ZIGARETTEN KAUFEN !!! KAUFEN SIE NUR BEI VERTRAUENSWÜRDIGEN HÄNDLERN !!!


    Zu Fuß sind es nun noch 30 Minuten (bei zügigem Tempo) bis zum Wasserpark. Dabei läuft man durch einen Park und wahlweise durch die moderne Strandpromenade oder die nicht ganz so moderne Innenstadt. Vermutlich fahren auch Busse, aber ich hatte Zeit zum Laufen.


    Der Baltic Park Molo befindet sich an der nobelsten Stelle der Strandpromenade und ist an ein Radisson-Hotel angegliedert. Der Eingang für Nichthotelgäste ist eine kleine, unauffällige Glastür mit bunten Fischen drauf. Die haben wir übersehen und sind erst einmal in der Hotellobby gelandet, wo wir uns durchfragen mussten. Hinter der Tür läuft man erst einmal nach unten zu den Kassen.


    Die Preise sind an Werktagen etwa auf dem Niveau, das man auch in Wismar und Stralsund findet. Ich habe mit Studentenrabatt 9 Euro für drei Stunden gezahlt. Am Wochenende und in den Ferien wird man noch etwa 5 Euro mehr los, dann ist der Baltic Park teurer als seine deutschen Kollegen. Sehr dreist ist der Preis für die Saunalandschaft. Hier zahlt man durchgehend etwa 14 Cent pro Minute, also 8,4 Euro pro Stunde. In der Sauna war ich dementsprechend auch nicht, sie scheint laut Plan auch nicht außergewöhnlich groß zu sein.


    Die Schuhe werden in kleinen Spinden mit Schlüsseln im Foyer verstaut. Erst dann geht es in den richtigen Umkleidebereich. Der ist ziemlich klein ausgefallen. Am Montag war das kein Problem, aber wenn richtig was los ist, dürfte das eng werden. In den Duschen gab es Seifenspender.


    Dann erreichen wir eine einigermaßen gut beleuchtete Schwimmhalle. Eine Treppe führt hinauf zur Gastronomie, die über dem Umkleidebereich platziert wurde. Die Speisen sind sehr billig, die Qualität ist für den Preis auch in Ordnung.


    Die Halle hat zunächst einmal ein kühles 25-m-Becken. Daneben liegt ein Erlebnisbecken mit Sprudelliegen und Geblubber, das gern etwas wärmer sein könnte, es geht aber noch. Durch eine Mauer abgetrennt ist ein rundes Becken mit Wellenball, dessen Wellen kaum zu spüren sind – kaum mehr als die üblichen Schwankungen in einem Schwimmbecken, wo sich viele Menschen aufhalten.


    Der Baltic Park hat zwei Kinderbereiche, ein Becken und einen Bereich mit spritzenden Figuren. Genauer habe ich sie mir nicht angesehen, aber das sah ganz umfangreich aus. Für kleine Kinder gibt es hier sicher mehr zum Plantschen als im Hansedom.


    Daneben stehen vier Whirlpools, davon zwei mit Salzwasser. Das Blubbern lässt sich per Knopfdruck starten. Eigentlich eine gute Idee, um Energie zu sparen und die Leute nicht auf das Blubbern warten zu lassen. Eine Beschriftung der Knöpfe wäre allerdings nett. Ich habe sie nur entdeckt, weil mich jemand darauf hinwies.


    Dann gibt es da ein Becken mit Strömungskanal. Der ist ziemlich lang und langsam, fast schon ein Lazy River. Reifen gab es darin keine, das wäre eine gute Ergänzung. Ob man die aus der Rutsche mitnehmen darf, weiß ich nicht. Als einziges Becken hat er ein richtiges Gestaltungselement, nämlich eine Grotte mit bunten Lichtern und Wasserschleier, durch die man zweimal treibt. Der Rest der Halle ist eher steril mit Beton.


    Folgt man dem Strömungskanal weiter in die hintere Ecke der Hallo, so gerät die Surfanlage ins Blickfeld. Die kann man für 6 Euro pro Viertelstunde nutzen. Ich hatte noch nie die Gelegenheit, so ein Ding zu probieren, also habe ich es mal gewagt. Ohne Vorkenntnisse im Surfen ist es eine anfangs lustige, aber irgendwann auch ermüdende Angelegenheit. Es wird ein Haufen Wasser über eine abschüssige, wellenförmige Gummianlage gepustet. Man startet oben, ich sollte auf dem Brett knien. Ich bin dann im Wesentlichen abwärts gerutscht, während mir das Wasser entgegenkam und meinen Rutsch verlangsamt hat. Irgendwann kam ich unten an, wo das Wasser aus den Düsen herausschießt.

    Der Bademeister erklärte mir, wenn ich das Brett anhebe, bewege ich mich eher nach oben bzw. langsamer nach unten, und wenn ich es senke, bin ich schneller unten. Soweit die Theorie.

    Praktisch sah es so aus. Sobald ich versucht habe, das Brett auch nur etwas zu heben (egal, ob ich schon unten war oder vorher schon gegensteuern wollte), ist es umgekippt. Das Wasser hat mich erfasst, zurück nach oben transportiert und dort liebevoll gegen die Wand geschleudert. Weil alles mit Gummi gepolstert war und ich einen Helm trug, war das nicht weiter schlimm. Im Gegenteil, als Adrenalinjunkie ist so etwas ja irgendwie sogar das Ziel.

    Manchmal hatte ich auch einen starken Rechtsdrall und bin rechts aus dem Wasserschwall rausgerutscht, um dort auf dem Trockenen kleben zu bleiben. Aber mich eine Weile in der Mitte zu halten – daran bin ich gescheitert.

    Fazit: Surfen ist schwerer als rutschen.


    Ich bleibe nun mal ein Rutscher, deshalb gehe ich nun nach ganz hinten zum Rutschenturm. Unten ist der Turm sehr edel gefliest, doch je weiter man hinaufsteigt, desto mehr dominieren Beton und Kabel. So ganz fertig ist der Turm noch nicht. Hier starten vier Rutschen von Polglass, zwei Turbos und zwei Reifenröhren, und zwar in jedem der vier Stockwerke eine. Dabei gilt: Je höher man steigt, desto besser und rasanter ist die Rutsche.

    Alle Rutschen sind lichtundurchlässig und von innen weiß mit Lichteffekten, also White Holes (so hat Tuberides sie jedenfalls genannt). Die Turbos haben eine Zeitmessung, für die Reifenrutschen liegen nur Einzelreifen bereit.


    Im ersten Stock startet eine kleine Turbo, allerdings ist das eher eine White Hole, für die der Turborutschendurchmesser verwendet wurde. Sie heißt Blue Blast, ist 81,6 m lang und 7.4 m hoch. Als Effekte gibt es viele kleine Tageslichtmotive, nämlich kleine weiße Scheiben mit Bildern von Meerestieren. Die Rutsche macht einige Zickzackkurven und ist ganz flott, aber dennoch die uninteressanteste Rutsche im Turm.

    Leider gibt es am Übergang zum Auslaufbecken eine scharfe Kante, die in den Rücken schneidet. Deshalb empfehle ich, den Oberkörper etwas aufzurichten, sobald man den Auslauf sieht.


    Im zweiten Stock startet auf 10,6 m Höhe eine 99,9 m lange Reifenrutsche namens Yellow Adventure. Diese Rutsche ist gelb-weiß gestreift und hat größere Meerestiere als Tageslichtmotive, ist also auch einigermaßen abwechslungsreich. Sie ist ziemlich schnell und macht Spaß.

    Grundsätzlich finde ich diesen Zwang ärgerlich und hoffe meistens, dass es ihn nicht gibt.

    Bei manchen Rutschen muss das wohl aus Sicherheitsgründen wohl so sein. Meistens sind das ja sehr steile, großartige und außergewöhnliche Reifenrutschen wie die U-Wave im Moravia, der Spacemaker in Jesolo oder die Twin Peaks am Gardasee. Dann finde ich es immer noch besser, wenn man die Rutsche nur zu zweit rutschen kann, als wenn es sie gar nicht gäbe, weil sie sonst zu gefährlich wäre.

    Aber manche der Rutschen sind auch relativ normal, da ist die Regel unnötig. Die Black Hole in Jesolo z.B. ist eine relativ normale Black Hole für Reifen. Ich glaube wirklich nicht, dass da einem Einzelrutscher etwas passieren würde.

    Die meisten Bäder liegen 15-30 Minuten Fußmarsch von einem Bahnhof entfernt, so z.B. auch das Aquamagis. Für mich geht das in Ordnung, aber als Bahnhofsnähe würde ich das nicht mehr bezeichnen. Wenn es dann schon in Richtung 45 Minuten geht, steige ich dann irgendwann lieber auf öffentliche Verkehrsmittel um. Bäder, die gar keinen Bahnhof im Umkreis haben, gibt es zum Glück nur wenige.

    Ca. 10 Minuten findet man teilweise auch noch, etwa in Sarstedt bei Hannover, Peine, Liberec oder Oranienburg (da sieht man das Bad auch schon vom Zug aus).

    Aber Bäder, die so traumhaft nah am Bahnhof liegen wie in Potsdam, Bielefeld oder Hildesheim, kenne ich abgesehen von diesen drei auch nicht.

    Da ich zu den allermeisten Bädern mit der Bahn fahre, wage ich mal zu behaupten, dass meine Erfahrungen einigermaßen repräsentativ sind.